Personalie De Maizière neuer Präsident des Evangelischen Kirchentages

In knapp zwei Jahren findet der Deutsche Evangelische Kirchentag in Nürnberg statt. Als Präsident verantwortlich für die Vorbereitung ist nun der frühere Bundesminister Thomas de Maizière. Mit jungen Menschen will er die Herausforderungen unserer Zeit in den Blick nehmen.

Thomas de Maizière, 2019
Thomas de Maizière ist neuer Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Bildrechte: Deutsche Telekomstiftung

Der frühere Bundesminister Thomas de Maizière (CDU) ist neuer Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentags. Der 67-Jährige wurde am Montag in Nürnberg als Nachfolger von Bettina Limperg, der Präsidentin des Bundesgerichtshofs, vorgestellt. De Maizière wird damit die Vorbereitungen für den Evangelischen Kirchentag vom 7. bis 11. Juni 2023 unter der Losung "Jetzt ist die Zeit" in Nürnberg leiten.

Nach Angaben des Deutschen Evangelischen Kirchentages trägt das Präsidium die Gesamtverantwortung für die Veranstaltung. Es bestimmt Zeit, Ort und Programm der Kirchentage und beruft die Vorbereitungsgruppen für die einzelnen Themen. Neben dem CDU-Politiker de Maizière gehören dem am Wochenende neu gewählten Präsidiumsvorstand bis 2027 die thüringische Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) und der Wittenberger Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) an. Sie folgen de Maizière 2023 als Präsidenten und werden 2025 und 2027 den Kirchentagen vorstehen.

Bisherige Präsidenten

Der Politiker Reinold von Thadden-Trieglaff war zwischen 1949 und 1964 als Gründer auch der erste Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Ihm folgte der spätere Bundespräsident Richard von Weizsäcker. 1970 wurde mit der Theologin Gertrud Osterloh erstmals eine Frau zur Präsidentin bestimmt. Seit damals wechselt die Inhaberschaft des Amtes alle zwei Jahre. Weitere Inhabende dieses Amtes waren unter anderem der frühere Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reinhard Höppner, oder die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt.

"Auf dem Weg zu einer Erneuerung"

Viele Menschen spürten, "dass wir vielleicht in so etwas wie einer globalen Zeitenwende leben", sagte de Maizière. Klimawandel, Digitalisierung und die Bedrohung von Menschenrechten seien nur einige der Herausforderungen, über die man sprechen wolle. De Maizière wies darauf hin, dass vielleicht schon 2023 nicht mehr die Hälfte der in Deutschland lebenden Menschen einer christlichen Kirche angehören. Auch mit denjenigen, die sich von der Kirche abgewandt haben oder die gar nichts mit Kirche zu tun haben, brauche es einen Austausch darüber, "was wir gemeinsam tun sollen".

Der neue Kirchentagspräsident nannte aber auch als Ziel, den Kirchentag stärker als bisher "von der Jugend tragen zu lassen". Die jüngere Generation solle "die Zeitansage machen", sagte de Maizière und erklärte. "Der Kirchentag ist auf dem Weg zu einer Erneuerung. Einiges davon wird in Nürnberg zu sehen sein."

Viele politische Verdienste in Sachsen

Thomas de Maizière wurde in Bonn geboren. Er ist evangelisch-lutherisch getauft, verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. 1990 war er Mitglied der Verhandlungsdelegation für den Einigungsvertrag und anschließend 15 Jahre in verschiedenen Positionen als Staatssekretär und Minister in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen tätig.

Zwischen 2009 und 2021 vertrat er den Wahlkreis Meißen als direkt gewählter Bundestagsabgeordneter. Von 2005 bis 2009 war er Chef des Bundeskanzleramts, später dann Bundesinnenminister und Verteidigungsminister. Nach den Koalitionsverhandlungen von SPD und CDU/CSU schied er Anfang 2018 aus der Bundesregierung aus.

MDR/Oliver Leiste,dpa,epd

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 18. Oktober 2021 | 13:30 Uhr

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