Kriminalität Fahrraddiebstahl: Großstädte und Landkreis Görlitz an der Spitze

Fahrraddiebstahl mit Hilfe eines Bolzenschneiders
Dieb bei der "Arbeit". Mithilfe eines Bolzenschneiders entwendet er das Rad. Bildrechte: imago/STAR-MEDIA

Die Zahl der Fahrraddiebstähle ist in Sachsen leicht gesunken. Wie das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) mitteilte, gingen die Diebstähle von 21.021 im Jahr 2019 auf 19.275 im Jahr 2020 zurück. Das entspricht einem Rückgang von acht Prozent. Mit 9.129 Fällen ist die Stadt Leipzig am meisten von den Fahrraddiebstählen betroffen. Es folgen Dresden (3.976) und der Landkreis Görlitz (966). Deutlich weniger Probleme gibt es im Vogtlandkreis. Mit 171 Fällen werden dort so wenig Fahrräder gestohlen wie sonst nirgendwo in Sachsen. Insgesamt entstand im Freistaat durch die Diebstähle ein Schaden von rund 17,2 Millionen Euro. Besonders beliebt waren hochpreisige Räder und Elektrofahrräder.

Gelegenheit macht Diebe

Neben der kriminellen Energie der Täter spielt bei den Diebstählen die Gelegenheit eine zentrale Rolle. So hätten es Fahrraddiebe in älteren Mietshäusern, in denen der Fahrradkeller nur mit ein paar Holzlatten gesichert ist, verhältnismäßig leicht, um an ihr Ziel zu kommen. Auch Fahrradkäfige in Tiefgaragen von Bürogebäuden stellten für organisierte Fahrraddiebe kein großes Hindernis dar, hieß es. Darüber hinaus nennt das LKA Hinterhöfe von Mietblöcken als wiederkehrenden Tatort. Dort werde häufig abgewartet, bis ein Mieter dem Post- oder Paketboten öffnet, um sich Zugang zu dem Areal zu verschaffen.

Ein Mann trägt ein Fahrrad in einen Transporter
Ein Mann trägt ein gestohlenes Fahrrad in einen Transporter. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Aufklärungsquote von 14 Prozent

Ist das Rad gestohlen, stehen die Chancen schlecht, dass es der Besitzer zurückbekommt. Nach Angaben des LKA werden gerade einmal 14 Prozent aller Fahrraddiebstähle aufgeklärt. Hilfreich ist bei der Aufklärung ein vollständiger Fahrradpass mit Beschreibung der Ausstattung und konkreter Benennung des Typs, der Rahmennummer und der verbauten Teile. Vor allem teure Räder sollten zudem fotografiert werden. Wer ein Smartphone nutzt, dem empfiehlt das LKA die Fahrradpass-App. Dort können die Daten mehrerer Räder gespeichert und gegebenenfalls ausgedruckt oder per E-Mail verschickt werden. Das vereinfacht es zum Beispiel, einen Diebstahl an die Polizei oder Versicherung zu melden.

Polizei: Nicht am Schloss sparen

Damit es gar nicht erst soweit kommt, weist das LKA darauf hin, dass das Rad immer an belebten und beleuchteten Orten abgestellt werden sollte, wo ein Diebstahl schnell auffällt. Wer sein Elektrorad längere Zeit abstellt, sollte den Akku mitnehmen. Verbleibt dieser trotzdem am Rad, ist es günstig, ihn mit einem zusätzlichen Schloss zu sichern. Auch ganz grundsätzlich sollte am Schloss nicht gespart werden. Es gilt der Satz: An ein hochpreisiges Fahrrad gehört ein hochpreisiges Schloss. Bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde können E-Bikes bei der Hausratversicherung mitversichert werden.

Kabenschloss, Bügelschloss, Faltschloss
Kabenschloss, Bügelschloss und Faltschloss sind gängige Schlosstypen, mit denen das Fahrrad gesichert werden kann. Bildrechte: LKA Sachsen

GPS-Tracker ortet das Rad

Es gibt auch die Möglichkeit, einen versteckten Sender an einem hochwertigen Rad anzubringen. Diese Sender, sogenannte GPS-Tracker, senden per SMS einen Alarm auf das Mobiltelefon, wenn das abgestellte Rad bewegt wird. Außerdem übermitteln sie den aktuellen Standort des Rades.

Weitere Tipps zum Thema Diebstahlschutz von Rädern, insbesondere auch von hochwertigen Elektrorädern, bietet das Faltblatt "Räder richtig sichern" der Polizei.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 21. April 2021 | 20:00 Uhr

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