Neues Bosch-Werk in Dresden Ostdeutschland kann Hightech

Die größte Investition in der Geschichte von Bosch: Das Unternehmen hat in Dresden das erste neue Halbleiterwerk in Deutschland seit 20 Jahren eröffnet. Ein Kommentar von MDR-Wirtschaftsexperte Wolfgang Brinkschulte.

Ein Mann in weißem Overall und Handschuhen steht vor einem transparenten Bildschirm und berührt ihn, der Hintergrund ist gelb.
Im neuen Halbleiterwerk von Bosch sind rund 700 Mitarbeiter geplant. Bildrechte: Bosch

Der deutsche Weltkonzern Bosch hat einen Coup gelandet. Die Milliarden-Investition in Dresden zeigt, was auch deutsche Unternehmen können: Hoch-Technologieprodukte für den Halbleitermarkt, aus Sachsen, aus Ostdeutschland.

Bosch hat früh den richtigen Riecher gehabt, Chips für den deutschen und internationalen Markt nun auch in Dresden zu produzieren. Die Nachfrage ist riesig, der Bedarf künftig enorm. Eine Zukunftsinvestition des Unternehmens und eine Investition in den Standort Dresden und Mitteldeutschland.

Dresden seit Jahren bedeutender Halbleiterstandort in Europa und weltweit

Zu wenigen ist bewusst, dass der Raum Dresden seit Jahren der größte Halbleiterstandort Europas und der viertgrößte weltweit ist. Rund 2.500 Firmen mit rund 70.000 Jobs gibt es bereits im IKT-Bereich. Es dürften mehr werden. Auch andere große Unternehmen produzieren schon lange in der sächsischen Landeshauptstadt, nicht nur die bekannten Infineon, Globalfoundries.

An der erfolgreichen Entwicklung des Standortes haben viele Akteure mitgewirkt: Politik, Wirtschaftsverbände und das Netzwerk Silicon Saxony. Es ist eines der größten Hightechnetzwerke in Ostdeutschland. Schon lange ist auch daraus eine Zusammenarbeit von Unternehmen, Hochschulen und Instituten entstanden.

Stralhkraft für ganz Mitteldeutschland

Die pr-technisch gelungene Eröffnung des neuen Boschwerkes strahlt aus. Sachsen steht nicht allein mit Hightechgrößen, zu denen natürlich auch die Automobilhersteller gehören. Auch Thüringen hat nicht nur mit dem Batteriezellenhersteller CATL eine internationale Größe am Standort und Sachsen-Anhalt hat mit Leuna und Bitterfeld etablierte Industriestandorte.

Innovationen stehen schon lange für den ost-mitteldeutschen Wirtschaftsraum. Jedes Jahr wieder gut abzulesen an den Auslobungen des IQ Innnovationspreises der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland. Auch der immer wieder erwähnte Virusimpfstoffhersteller IDT Biologica aus Dessau-Roßlau ist hier schon mit ersten Preisen ausgezeichnet worden.

Vodafone will in Dresden bauen, bei Intel sieht es auch so aus

In Dresden hat sich nun auch Vodafone angekündigt. In der Elbmetropole will der Mobilfunkkonzern sein globales Kompetenzzentrum für Forschung und Entwicklung bauen. Da hat sich Dresden gegen acht europäische Städte durchgesetzt. Ein weiterer big shot. Und dass über eine Präsenz von Intel immer wieder spekuliert wird, ist auch kein Schaden.

Seit über 30 Jahren werden zurecht die fehlenden Konzernsitze und Vorstandsetagen im Osten beklagt. Die würden strukturell nach wie vor helfen. Doch die Entwicklung hat gezeigt, dass die Produktion vor Ort genauso wichtig ist. Das hat die Eröffnung des neuen Bosch-Werkes ins Bewusstsein zurückgeholt. Auch Ostdeutschland kann Hightech.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 07. Juni 2021 | 21:45 Uhr

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