Corona-Pandemie Sachsen setzt auf Drei-Säulen-Modell bei Impfungen

In Sachsen ist die Impfquote noch viel zu niedrig. Wegen gesunkener Nachfrage werden die Impfzentren Ende September schließen. Dafür versucht man weiterhin mit mobilen Teams Impfwillige in Sachsen zu erreichen.

Original Phiolen von Moderna und Comirnaty mit einer aufgezogenen Spritze.
Haus- und Betriebsärzte, mobile Impfteams und Krankenhäuser sollen die Corona-Impfungen übernehmen. Bildrechte: IMAGO / Beautiful Sports

Bei Corona-Impfungen setzt Sachsens Landesregierung ab Oktober auf ein Drei-Säulen-Modell. Wie Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) nach der Kabinettssitzung am Dienstag sagte, sind die Impfungen dann bei den Haus- und Betriebsärzten, in Krankenhäusern oder durch mobile Impfteams möglich. Die 30 Teams des Deutschen Roten Kreuzes sollen laut Köpping noch bis zum Jahresende im Einsatz bleiben.

Impfzentren schließen Ende September

Die Impfteams würden auch die von der Sächsischen Impfkommission (SIKO) empfohlenen Auffrischungsimpfungen vornehmen. Diese Impfungen seien zunächst in Alten- und Pflegeheimen geplant. Die Impfzentren in Sachsen werden schrittweise bis Ende September geschlossen. Dafür werden ab dem 1. Oktober auch in den Krankenhäusern verstärkt Coronaschutzimpfungen für die Bevölkerung angeboten. Eine Abfrage des Sozialministeriums ergab, dass etwa 6.000 Impfungen pro Woche in den Krankenhäusern vergeben werden können.

Viel zu wenig Geimpfte in Sachsen

Derzeit sind in Sachsen nach Angaben von Köpping 55,6 Prozent der Menschen ein Mal und 52,4 Prozent vollständig geimpft. Das seien insgesamt viel zu wenig Geimpfte. Die Ministerin lehnte erneut eine Impfpflicht ab. Stattdessen setze sie auf Aufklärung und medizinische Beratung. Es sei wichtig, auf die Menschen zuzugehen.

Die mobilen Impfteams gehörten zu so einem niederschwelligen Angebot. Sie sollen auch in Orte und Regionen mit ärztlicher Unterversorgung fahren. Die Kosten für die mobilen Teams von 34,5 Millionen Euro teilen sich der Bund und Land Sachsen zur Hälfte. Laut Köpping kann Sachsen das aber mit dem bisherigen Impfbudget von 290 Millionen Euro bewältigen: "Wir brauchen kein frisches Geld."

Wir wollen weiterhin möglichst viele noch nicht geimpfte Menschen zu einer Impfung bewegen, um einem erneuten hohen Ansteigen der Inzidenzen und einer Überlastung des Gesundheitssystems entgegenzuwirken. Unser Ziel bleibt die von den Virologen geforderte Herdenimmunität.

Petra Köpping Gesundheitsministerin von Sachsen

Anpassung der Quarantäne-Regeln

Köpping verwies darauf, dass es auch für den Schutz der Schüler wichtig sei, dass sich Eltern und Erwachsene impfen ließen. Bei den Quarantäne-Regeln in den Schulen schließe sich Sachsen den bundesweiten Regeln an. Damit gelte künftig auch in Sachsen für enge Kontaktpersonen von Infizierten eine Quarantäne-Pflicht von fünf Tagen.

Quelle: MDR/mina/ma/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 07. September 2021 | 15:00 Uhr

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