Bundespolizei Mehrere illegale Einreisen auf der A17

Am vergangenen Wochenende sind mehrere Syrer über die A17 illegal nach Deutschland eingereist. Die meisten stellten nach Aufgriff durch die Bundespolizei ein Asylgesuch. Zwei sollen zurückgeschickt werden. Unter den Geflüchteten waren auch ein Kleinkind und ein allein reisender Jugendlicher.

Bundespolize im Einsatz
Die Bundespolizei hat illegal eingereiste Syrer an der A17 gestoppt, gegen mutmaßliche Schleuser wird ermittelt. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Die sächsische Polizei hat in der Nähe von Pirna elf Personen aufgegriffen, die von einem unbekannten Schleuser offenbar aus Tschechien in einem Kleintransporter nach Deutschland gebracht wurden. Ersten Erkenntnissen zufolge handelt es sich um syrische Staatsangehörige im Alter von zwei bis 43 Jahren, wie die Bundespolizei mitteilte. Die elf Männer, Frauen und Kinder wurden in die Dresdner Erstaufnahmeeinrichtung gebracht.

Ermittlungen gegen mutmaßliche Schleuser

Wenig später stellten Bundespolizeibeamte auf dem Rastplatz "Am Heidenholz" an der Autobahn 17 zwei 16 und 26 Jahre alte Syrer ohne gültige Dokumente in einem Reisebus fest. Der jüngere der beiden wurde dem Jugendamt Pirna übergeben und der ältere in die Erstaufnahmeeinrichtung nach Dresden gebracht.

Weitere vier Syrer wurden auf demselben Rastplatz gestoppt, als sie in einem Auto mit norwegischem Kennzeichen nach Deutschland gebracht werden sollten. Zwei der Geschleusten stellten ein Asylgesuch, die beiden anderen sollen zurückgeschickt werden. Gegen die mutmaßlichen Schleuser laufen die Ermittlungen.

Neue Flüchtlingsroute über Belarus und Polen

In den vergangenen Wochen wurden insbesondere immer mehr illegale Einreisen aus Polen festgestellt. Ursache sind offenbar staatlich gesteuerte Schleusungen über Belarus. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hatte bereits Ende Mai angekündigt, dass Minsk Migranten nicht mehr an der Weiterreise in die EU hindern werde - als Reaktion auf verschärfte westliche Sanktionen. Die Regierungen mehrerer Länder beschuldigen Lukaschenko nun, in organisierter Form Flüchtlinge aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen. Nun nutzen Menschen vor allem aus dem Irak, Syrien und Afghanistan diese Möglichkeit, mithilfe von Schleusern unerlaubt in die EU einzureisen.

Ministerpräsident Kretschmer gegen Grenzkontrollen nach Polen

In Sachsen laufen inzwischen die Vorbereitungen, die Plätze in den Erstaufnahmeeinrichtungen zu erhöhen. Im Freistaat kommen, wie auch in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, durch die Grenze zu Polen besonders viele Flüchtlinge an. Bis sie auf die anderen Bundesländer verteilt werden, sollen sie in den neu geschaffenen Unterkünften versorgt werden.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer erteilte Forderungen nach deutsch-polnischen Grenzkontrollen eine Absage. "Bevor wir anfangen, Grenzen in Europa aufzubauen, sollten wir alles dafür tun, um das Problem an der Wurzel zu packen." Kretschmer forderte unter anderem einen besseren Schutz der EU-Außengrenzen.

Kretschmer pochte darauf, dass Menschen, die in der EU ankommen, anständig behandelt werden und ein ordentliches Verfahren bekommen müssten. Zugleich warnte er die sich abzeichnende Ampel-Regierung aus SPD, Grünen und FDP, falsche Anreize zu setzen. "Wir werden das Problem auch dann schneller lösen, wenn deutlich wird: Die Menschen, die jetzt zu uns kommen und keinen Anspruch auf Asyl haben, sind in sehr kurzer Zeit wieder zurück in ihren Heimatländern", sagte Kretschmer. "Es darf nicht mit der neuen Bundesregierung eine neue Haltung einziehen, dass diese Leute möglicherweise hier ein anderes Regime der Aufnahme finden, als es sein muss".

Quelle: MDR/lam/Reuters

20 Kommentare

dimehl vor 4 Wochen

Es wird darauf hinauslaufen, das die BRD alle Flüchtlinge, die über die belarussische Grenze nach Polen kommen, aufnehmen wird. Spätestens im Winter diesen Jahres.
Polen wird sie nicht aufnehmen, Tschechien, die Slowakei und Ungarn ebenso nicht.
Eine faire Verteilung der Flüchtlinge auf verschiedene EU - Staaten hat noch nie funktioniert.
Ergo:
wir nehmen sie halt' wieder einmal fast alle auf - Problem gelöst.
Das Ganze ist aber nicht nachhaltig:
einige Male kann man es sicher noch so lösen.
Über kurz oder lang wird es aber auf Grund fehlender Ressourcen und Möglichkeiten einfach nicht mehr möglich sein,
weitere Flüchtlinge hierzulande aufzunehmen.
Der gute Wille allein nützt nichts mehr,
wenn die Ressourcen und Möglichkeiten erschöpft sind.
Und der Flüchtlingsstrom wird nicht abnehmen
(Stichwort: Klimaflüchtlinge).
Und was dann? Ich habe diesbezüglich seitens der Politik noch nichts dazu gehört.

Thommi Tulpe vor 4 Wochen

Offenbar verstehen Sie nicht, was mein Kommentar zur Ausdruck bringen sollte!?
Vielleicht sollten Sie zunächst richtig lesen und dann Ihr Vermögen zum Verstehen überprüfen!?

Brigitte Schmidt vor 4 Wochen

Kretschmer: "Es darf nicht mit der neuen Bundesregierung eine neue Haltung einziehen, dass diese Leute möglicherweise hier ein anderes Regime der Aufnahme finden, als es sein muss".

Haha, witzig.
Die werden das genauso machen, wie die große Koalition aus der Partei, der Kretschmer angehört und der Partei, die jetzt sogar weitermachen kann. Eher aber noch weltoffener.

Falls sich Herr Kretschmer in Opposition dazu begeben will, dann kann ich ihm das nicht abnehmen.

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