Standortvorteil Kein Selbstläufer: Sächsische Kurorte müssen Titel erneuern

Blick über Bad Schandau und die Elbe im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (Sachsen).
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Sachsen hat zurzeit 15 staatlich anerkannte Kurorte und Heilbäder sowie 28 staatlich anerkannte Erholungsorte. Die Titel sind keine Selbstläufer, sondern müssen turnusmäßig alle zehn Jahre neu beantragt werden. Das betrifft allein in diesem Jahr 16 Kommunen. Grundlage ist das Sächsische Kurortgesetz, das genau festlegt, welche Kriterien für einen solchen Antrag nötig sind.

Bad Schandau will Kneipp Heilbad werden

Bad Schandau darf sich schon seit 1936 Kneipp Kurort nennen. In diesem Jahr bemüht sich die Stadt darum, als Kneipp Heilbad anerkannt zu werden. Dazu muss die Stadt nachweisen, dass sie in den vergangenen zehn Jahren in mindestens drei Einrichtungen eine Kneipp-Therapie angeboten hat. Dazu kommen noch die entsprechenden Anlagen und geeignetes Fachpersonal. Gleichzeitig werden die klimatischen Bedingungen und die Luftqualität überprüft. Auch Erholungsbereiche wie ein Kurpark und markierte Wanderwege gehören zu den Voraussetzungen für die Anerkennung als Kneipp Heilbad.

 

Bad Schandau - Das Dampfschiff Pirna hat einen klappbaren Schornstein, der eingeklappt wurde um eine Brücke passieren zu können.
Die malerische Landschaft allein ist kein ausreichendes Kriterium für die Anerkennung von Bad Schandau als Heilbad. Bildrechte: dpa

Diese sächsischen Orte dürfen sich mit dem Titel Kurort oder Heilbad schmücken:

  • Altenberg (Luftkurort)
  • Aue-Bad Schlema/Ortsteil Bad Schlema (Heilbad)
  • Bad Brambach (Mineralheilbad)
  • Bad Düben (Moorheilbad)
  • Bad Elster (Mineral- und Moorheilbad)
  • Bad Gottleuba-Berggießhübel (Moorheilbad/Kneippkurort)
  • Bad Lausick (Heilbad)
  • Bad Muskau, Stadt (Ort mit Moorkurbetrieb)
  • Bad Schandau (Kneippkurort)
  • Jonsdorf (Luftkurort)
  • Markneukirchen/Ortsteil Erlbach (Luftkurort)
  • Oberwiesenthal (Luftkurort)
  • Rathen (Luftkurort)
  • Thermalbad Wiesenbad (Ort mit Heilquellenkurbetrieb)
  • Wolkenstein/Ortsteil Warmbad (Heilbad)

Weitere 28 Gemeinden im Freistaat Sachsen sind staatlich anerkannte Erholungsorte.

Wer entscheidet über den Titel?

Die Entscheidung wird durch den Landesbeirat für Kur- und Erholungsorte vorbereitet. Dem Landesbeirat gehören elf Vertreter verschiedener Gremien an. Nach einem Vor-Ort-Termin nimmt jedes Mitglied entsprechend seines Zuständigkeitsgebietes Stellung zum Antrag. Das Votum dient dem Ministerium als Entscheidungsgrundlage, Fristen müssen in diesem Verfahren nicht eingehalten werden. Das Prädikat bleibt so lange erhalten, bis es aktiv entzogen wird.  

Welche Kriterien werden für die Anerkennung angelegt?

Die Kriterien sind gesetzlich geregelt. Dazu gehören zum Beispiel bestimmte klimatische Bedingungen, eine geringe Belastung durch Schadstoffe oder Lärm, ein umfangreiches Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten und Gaststätten und Angebote zur sportlichen und kulturellen Betätigung. Dazu kommen eine vorhandene Kurverwaltung oder Tourist-Information und Anlagen, die den Ansprüchen von Behinderten, alten Menschen und Kindern genügen.

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 17.03.2021 | 19:00 Uhr

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