Freizeitspaß Schloss Lauenstein hat die Murmelbahnen aufgebaut

Das Rollen von kleinen Kugeln fasziniert seit tausenden von Jahren Klein und Groß. Genau diese Faszination will das Osterzgebirgsmuseum im Schloss Lauenstein nutzen und mit einer neuen Murmelausstellung Besucher in den ländlichen Raum locken. Elf ausgefeilte und teils verrückte Murmelbahnen laden zum Mitmachen ein.

Ausstellung Lauenstein
Mit einer Murmelausstellung will das Schloss Lauenstein jung und alt begeistern. Bildrechte: MDR/Florian Glatter

Klack, klack, klack! Etwa zehn bunte Glasmurmeln rollen die hölzerne Startbahn herunter, rasen durch die Kurve und werden abrupt von einer Burgmauer gestoppt. Dann geht es durch eine Art Labyrinth. Doch nur wenige Murmeln schaffen es bis ins Ziel, einige werden von bunten Holzdrachen verschluckt. "Die blaue", freut sich Max, der die Murmeln ins Rennen geschickt hat. Seine Lieblingsmurmel war mal wieder die schnellste. Sein Bruder Franz ist darüber eher verärgert – er will eine Revanche.

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Insgesamt elf Murmelbahnen stehen derzeit im Osterzgebirgsmuseum - inmitten des mittelalterlichen Schlossambientes. Bildrechte: MDR/Florian Glatter

Museumsleiterin Gabriele Gelbrich ist es zum zweiten Mal gelungen, die Ausstellung "Drachen, Burgen und Murmelspaß" ins Lauensteiner Schloss zu holen. Bereits im Sommer 2019 waren einige Murmelbahnen des Hannoveraner Künstlers Ortwin Grüttner im Osterzgebirgsmuseum zu Gast. "Das war so fantastisch und die Leute waren im Murmelfieber, da haben wir gesagt, dass wir das nochmal machen!" Denn das Spiel mit den Murmeln fasziniert seit tausenden von Jahren Kinder in allen Ländern der Welt. Und auch im mittelalterlichen Lauenstein könnten die kleinen Glaskugeln Tradition gehabt haben.

Wir haben bei uns im Schloss zwar noch keine Murmeln gefunden, aber ich glaube fest daran, dass unsere Prinzessinnen und Prinzen vor 400 Jahren auch mit Murmeln gespielt haben.

Gabriele Gelbrich Museumsleiterin

Verblüffend ist, in welcher Vielzahl Ortwin Grüttner die Murmelbahnen konstruierte. Mal fliegen sie durch eine Falltreppe und landen in einem großen Trichter, dann stecken sie im Burggefängnis fest und müssen von Hand befreit werden.

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Die als mittelalterliches Schloss gestaltete Murmelbahn ist das Prachtstück der Ausstellung. Viele Falltüren, Brücken und sogar ein Murmelgefängnis sind in der Konstruktion versteckt. Bildrechte: MDR/Florian Glatter

Jede der elf Murmelbahnen ist einzigartig. Grüttner hat sie aus seiner Sammlung ausgewählt und auf das Museum Lauenstein abgestimmt. Deswegen finden sich vor allem mittelalterliche Motive in den Holzbauwerken wieder. Beeindruckend sind die mechanischen Spielereien mit der die Kugeln bewegt, verschoben oder gefangen werden.

"Da werden Erinnerungen wach!"

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Kinder lassen die kleinen, bunten Glaskugeln am liebsten in Wettrennen gegeneinander antreten. Bildrechte: MDR/Florian Glatter

Rentner Rainer Pernack zeigt sich begeistert von der Vielfalt der Murmelbahnen. "Da werden Erinnerungen wach", so Pernack. "Wir haben die Murmeln früher auf der Erde rollen lassen und Löcher aus Sand gemacht." Auch Gerd Mietk ist "neidisch" auf das neuartige Spielzeug für seine Enkelkinder. Aber, "wenn man Enkelkinder hat, wird man ja selbst wieder Kind und spielt mit", fügt Mietk hinzu. Selbst die Murmeln rollen durfte er heute aber noch nicht. "Die Enkelkinder haben mir noch keine abgegeben", lacht Mietk.

Die Murmelausstellung wird noch bis 4. September gezeigt. Geöffnet ist jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 16:30 Uhr.

Quelle: MDR/fg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Dresden | 13. Juli 2021 | 16:30 Uhr

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