Vor einem brennenden Mehrfamilienhaus steht ein Feuerwehrauto.
In diesem Haus in Dresden soll sich der Beschuldigte selbst an ein Bett gefesselt und eine Matratze angezündet haben. (Archivbild) Bildrechte: xcitepress

Staatsanwaltschaft Mord in Dresden vorgetäuscht: 26-Jähriger wegen Brandstiftung angeklagt

14. Juni 2024, 13:05 Uhr

Im November 2023 wird eine junge Frau in Dresden wegen eines vermeintlichen Mordanschlags auf ihren Ex-Freund verhaftet. Der Fall stellt sich im Nachhinein ganz anders dar. Der Mann soll den Mordversuch auf sich vorgetäuscht und die Tat seiner Ex-Freundin in die Schuhe geschoben haben. Jetzt wurde Anklage gegen ihn erhoben.

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat gegen einen 26-jährigen Mann Anklage wegen falscher Verdächtigung, Freiheitsberaubung und besonders schwerer Brandstiftung erhoben. Das teilte die Behörde am Freitag mit. Laut Ermittlern hatte er sich als Opfer ausgegeben und seine Freundin beschuldigt, sie habe ihn töten wollen. Demnach hatte sich der Mann am 16. November vergangenen Jahres mit Handschellen selbst an ein Bettgestell gefesselt und die Matratze angezündet.

Freundin vorübergehend als Tatverdächtige in Haft

Als sich das Feuer ausbreitete, flüchtete der Mann zunächst auf den Balkon der Wohnung, wobei er das Bettgestell mit sich zog. Wegen der extremen Hitzeentwicklung begab er sich dann mit dem Bett im Schlepp auf den Balkon der darunterliegenden Wohnung. Dort wurde er von Feuerwehrleuten gefunden und von dem Bett befreit. Er kam mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus. Er belastete anschließend seine damals 19-Jährige Freundin, die vorübergehend in Untersuchungshaft saß.

Feuerwehrleute konnten den Brand im dritten Stock eines Wohnhauses in der Gabelsbergerstraße löschen.
Der Beschuldigte wurde Mitte November vorigen Jahres von Feuerwehrleuten gefunden und von dem Bett, an dass er sich gefesselt haben soll, befreit. (Archivbild) Bildrechte: Audiovision Chemnitz

Ex-Freund verstrickt sich in Widersprüche

Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft führten dann zu einem ganz anderen Bild des mutmaßlichen Geschehens, weil sich Widersprüche ergeben hätten. Demnach handelte der Beschuldigte in der Absicht, seine damalige Partnerin eines Verbrechens zu bezichtigen. Diese wurde daraufhin aus der Haft entlassen, der Mann kam selbst in Untersuchungshaft. Zu seinen möglichen Motiven äußerten sich die Ermittler bislang nicht. Er bestreite den Tatvorwurf.

MDR (kbe)/AFP

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus der Region Dresden | 14. Juni 2024 | 12:30 Uhr

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