Straftat Mord-Anklage nach tödlichem Messerangriff auf Touristen in Dresden

Menschen stehen mit sicherheitsabstand verteilt auf dem altmarkt in Dresden am 1.11.2020.
Der Angriff auf die Touristen erschütterte nicht nur die Dresdner. Bildrechte: Kathrin König

Gut vier Monate nach dem Angriff auf zwei Touristen in Dresden hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen einen mutmaßlichen Islamisten wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung erhoben. Das hat die Bundesanwaltschaft jetzt offiziell bestätigt. Erste Medienberichte darüber kursierten bereits unmittelbar nach dem Zeitpunkt der Anklage-Erhebung am 10. Februar dieses Jahres. Vor dem Oberlandesgericht Dresden soll sich den Informationen zufolge ein 20-jähriger Syrer verantworten. Der Beschuldigte soll am 4. Oktober 2020 in Dresden zwei Touristen aus Nordrhein-Westfalen mit einem Messer angegriffen haben. Ein 55-jähriger Mann aus Krefeld starb kurze Zeit später im Krankenhaus. Sein 53-jähriger Lebensgefährte überlebte schwerverletzt.

Angegriffene Männer waren ein Paar

Laut Anklageschrift hatte Abdullah A. H. H. auf die beiden Männer im Alter von 55 sowie 53 Jahren unvermittelt eingestochen. Er habe aus einer radikal-islamistischen Gesinnung heraus gehandelt, hieß es. Die beiden Tatopfer habe er ausgewählt, um sie als Repräsentanten einer vom ihm als "ungläubig" abgelehnten freiheitlichen und offenen Gesellschaftsordnung zu bestrafen. Die Männer waren ein Paar.

Mutmaßlicher Angreifer als Gefährder bekannt

Die Bundesanwaltschaft hatte das Ermittlungsverfahren am 21. Oktober an sich gezogen, als sich die Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund verdichteten. Der dringend Tatverdächtige befindet sich seit dem 21. Oktober in Untersuchungshaft. Der mutmaßliche Täter war dem sächsischen Verfassungsschutz und dem Landeskriminalamt Sachsen als islamistischer Gefährder bekannt. Er war seit 2015 in Deutschland geduldet und nur wenige Tage vor dem Angriff aus der Jugendhaftanstalt Regis-Breitingen entlassen worden. Besonders brisant an dem Fall ist, dass er den Behörden seit 2016 als Gefährder bekannt war und überwacht wurde. Auch am Tattag, aber nicht rund um die Uhr.

Quelle: MDR/dpa/kt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.02.2021 | ab 16:30 Uhr in den Nachrichten

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