Abschied | Livestream ab 11:50 Uhr Trauerstaatsakt für Kurt Biedenkopf in Dresden

Kurt Biedenkopf hat seine politische Karriere in den 1970er-Jahren in Nordrhein-Westfalen begonnen, wurde aber in seiner Zeit als sächsischer Ministerpräsident ab 1990 bundesweit bekannt. Er war von 1990 bis 2002 Regierungschef im Freistaat, galt als Landesvater, Integrationsfigur, aber auch als streitbarer Macher und wurde häufiger "König Kurt" genannt. Am Freitagmittag nimmt der Freistaat in einem Staatstrauerakt offiziell Abschied. Der MDR überträgt live ab 11:50 Uhr.

Der frühere Ministerpräsident von Sachsen, Kurt Biedenkopf (CDU), sitzt während eines Interviews im Büro seiner Kanzlei.
Der Jurist, CDU-Politiker und ehemalige Ministerpräsident Kurt Biedenkopf wird am Freitag mit einem Trauerstaatsakt gewürdigt und verabschiedet. Bildrechte: dpa

Drei Wochen nach dem Tod von Kurt Biedenkopf verabschiedet sich Sachsen offiziell vom ersten Ministerpräsidenten nach der Wiedergründung des Freistaates 1990. Der Trauerstaatsakt findet in der Dresdner Frauenkirche statt. Den Wiederaufbau des Gotteshauses nach dem Ende der DDR hatten der CDU-Politiker Biedenkopf (1930 - 2021) und seine Ehefrau Ingrid von Anfang an aktiv unterstützt.

Trauerstaatsakt live im MDR

Am 12. August 2021 war Kurt Biedenkopf im Alter von 91 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit in Dresden gestorben. Er wurde bereits im engsten Kreis der Familie beigesetzt. Der MDR überträgt den Trauerstaatsakt am Freitag live ab 11:50 Uhr im MDR Fernsehen, im Radio auf dem DAB+ Kanal MDR SACHSEN EXTRA sowie im Onlinestream auf mdr.de. Die Sächsische Staatskapelle Dresden und der Dresdner Kammerchor werden den Trauerstaatsakt musikalisch gestalten.

300 geladene Gäste werden zur Trauerfeier erwartet, darunter die Familie, Weggefährten und Freunde des Verstorbenen und führende Persönlichkeiten aus Religion, Wirtschaft, Kultur und der Politik. Zu den Gästen gehören unter anderem:

  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD)
  • Bundesratspräsident Reiner Haseloff (CDU)
  • Bundesverfassungsgerichtspräsident Stephan Harbarth
  • Sachsens Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU)
  • der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU)
  • der Chef der Sächsischen Staatskanzlei, Staatsminister Oliver Schenk
  • Alt-Bundespräsident Horst Köhler
  • Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (Linke)
  • CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfahlen Armin Laschet

Bürger und Weggefährten kondolierten

Unmittelbar nach Bekanntwerden von Biedenkopfs Tod hatten in der Dresdner Staatskanzlei Kondolenzbücher ausgelegen, in denen bis zum 27. August viele Bürgerinnen und Bürger Abschied vom Politiker nahmen. Als Erster hatte sich Ministerpräsident Michael Kretschmer eingetragen und Biedenkopfs "Weitblick" und "unermüdliche Suche nach Antworten auf alle neuen Herausforderungen dieser Welt" gewürdigt. Kretschmer teilte später mit, dass auch Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin Abschiedsworte ins Kondolenzbuch geschrieben habe.

Ruhe in Frieden und danke für Alles, lieber Kurt Hans.

Michael Kretschmer Sächsischer Ministerpräsident

Sachsen

Rückblick Kurt Biedenkopf - Ein Politikerleben in Bildern

Kurt Biedenkopf, 1992
Kurt Biedenkopf war der erste sächsische Ministerpräsident des wieder gegründeten Freistaates Sachsen 1990. Bildrechte: dpa
Kurt Biedenkopf, 1992
Kurt Biedenkopf war der erste sächsische Ministerpräsident des wieder gegründeten Freistaates Sachsen 1990. Bildrechte: dpa
historische Aufnahme Biedenkopfs im Dienstfahrzeug
Bevor er nach Sachsen kam, war er unter anderem CDU-Generalsekretär und in der Wirtschaft tätig. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Biedenkopf und Vaatz
In die sächsische Landespolitik kam er vor allem durch Arnold Vaatz. Der sorgte mit dafür, dass nicht der ostdeutsche Klaus Reichenbach von der CDU Ministerpräsident wurde, sondern Kurt Biedenkopf. Bildrechte: dpa
Der sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (l, CDU) im Gespräch mit dem Gewandhauskapellmeister Kurt Masur am 2. Dezember 1990. Masur erlang nicht nur Popularität durch seine künstlerischen Leistungen als Dirigent, sondern tat sich auch während des Zusammenbruchs der DDR als Oppositionssprecher hervor.
Kurt Biedenkopf im Dezember 1990 als neu gewählter Ministerpräsident bei einem Termin mit Gewandhauskapellmeister Kurt Masur (rechts im Bild). Dieser hatte bei der Friedlichen Revolution in Leipzig eine wichtige Rolle eingenommen. Bildrechte: dpa
Der sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) und seiner Frau Ingried nach seiner Wiederwahl bei der Landtagswahl in Sachsen am Sonntag (19.09.1999) auf dem Weg in den Sächsischen Landtag, im Hintergrund die Semperoper.
Kurt Biedenkopf gab es nur im Doppelpack: Seine Frau Ingrid erfüllte die Rolle der "Landesmutter" mit Leben. Bildrechte: imago images / Robert Michael
Kurt Biedenkopf, 2001
Nachdem der Ministerpräsident lange Zeit unumstritten war, mehrte sich spätestens ab 2001 wegen verschiedener Affären die Kritik. Im April 2002 trat Biedenkopf schließlich zurück. Bildrechte: IMAGO / STAR-MEDIA
Kurt Biedenkopf (CDU)
Öffentliche Auftritte absolvierte er trotzdem, wie hier beim Festakt zum 30. Jubiläum der Friedlichen Revolution 2019 im Leipziger Gewandhaus. Bildrechte: dpa
Der frühere Ministerpräsident von Sachsen, Kurt Biedenkopf (CDU), und seine Frau Ingrid, während des Sempernopernsbaslls.
Auch nach seiner Amtszeit war Kurt Biedenkopf ein gern gesehener Gast - zum Beispiel beim Semperopernball in Dresden. Bildrechte: dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gratuliert Kurt Biedenkopf (M), dem ehemaligen Ministerpräsidenten von Sachsen, neben Michael Kretschmer (alle CDU), Ministerpräsident von Sachsen, während der Festveranstaltung zum 90. Geburtstag von Biedenkopf in der Frauenkirche.
Bei einem Festakt zu seinem 90. Geburtstag in der Dresdner Frauenkirche gratulierten ihm Bundeskanzlerin Angela Merkel und der aktuelle Ministerpräsident Michael Kretschmer. Bildrechte: dpa
Ankunft von Ministerpräsident a.D. Kurt Biedenkopf und seiner Frau Ingrid und Ministerpräsident Michael Kretschmer mit Lebensgefährtin Annett Hofmann.
Anders als mit seinem unmittelbaren Nachfolger im Amt, Georg Milbradt, schien sich Biedenkopf mit Michael Kretschmer gut zu verstehen. Bildrechte: xcitepress
Prof. Dr. Kurt Biedenkopf an einem Rednerpult bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig in der Staatskanzlei in Dresden.
2021 verlieh die Universität Leipzig Kurt Biedenkopf die Ehrendoktorwürde. Zur Universität hatte er eine besondere Beziehung: Bereits im Januar 1990 nahm er eine Gastprofessur an der damaligen Karl-Marx-Universität an. Bildrechte: Pawel Sosnowski
Kurt Biedenkopf (CDU), ehemaliger Ministerpräsident von Sachsen, und seine Ehefrau Ingrid Biedenkopf.
Seine Frau begleitete ihn auch zu diesem Termin an die Leipziger Alma Mater. Als früherer Rektor der Ruhr-Universität in Bochum war die Uni sein zweites Zuhause. Bildrechte: dpa
Kurt Biedenkopf, ehemaliger Ministerpräsident in Sachsen
In Sachsen werden sich die Menschen an "König Kurt" als prägende Figur beim Wiederaufbau des Landes erinnern. Bildrechte: dpa
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Echo auch im Internet

So nahmen MDR-Nutzerinnen und -nutzer Abschied vom ehemaligen Ministerpräsidenten, der von 1990 bis 2002 die Regierung führte:

Quelle: MDR/kk/AFP/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR extra: Trauerstaatsakt für Kurt Biedenkopf | 03. September 2021 | 11:50 Uhr

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