Im Stadtteil Friedrichsstadt Weltkriegs-Bombe in Dresden erfolgreich entschärft

Kampfmittel-Spezialisten haben am Donnerstagnachmittag im Dresdner Stadtteil Friedrichstadt eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Die amerikanische Fliegerbombe war am Mittwoch bei Bauarbeiten entdeckt worden. Das Entschärfen war am Donnerstag für die Spezialisten gar nicht so einfach.

Die Bombe liegt auf der Ladefläche eines Transporters vertäut.
Die 250-Kilo-Bombe nach ihrer Entschärfung in einem Bus des Kampfmittelbeseitgungsdienstes Sachsen. Bildrechte: xcitepress/Benedict Bartsch

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In Dresden ist am Donnerstagnachmittag eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Das teilte die Polizei mit. "Nach mehr als zweistündiger Arbeit hatte sich der Sprengmeister entschlossen, den Zünder zu entfernen", sagte Polizeisprecher Marko Laske. Der Zünder wurde danach gesprengt. Der Umkreis von mehr als 800 Metern war während der Arbeit des Kampfmittelbeseitigungsdienstes abgesperrt worden. Etwa 3.300 Menschen mussten zuvor ihre Wohnung verlassen. Das nahegelegene Krankenhaus Friedrichstadt wurde nicht komplett geräumt. Die Patienten wurden in sichere Gebäudeabschnitte verlegt.

Neben der Feuerwehr und Rettungsdiensten waren rund 270 Polizisten im Einsatz. Die 250 Kilogramm schwere Bombe wird zur Entsorgung in die zentrale Sammelstelle nach Zeithain gebracht. Nach der Entschärfung wurden die Straßensperrungen aufgehoben und die Bewohner konnten wieder zurückkehren.

Nach mehr als zweistündiger Arbeit hatte sich der Sprengmeister entschlossen, den Zünder zu entfernen.

Marko Laske Polizeisprecher

Deformierter Bomben-Zünder stellt Polizei vor Herausforderung

Die 250-Kilogramm schwere US-Fliegerbombe war am Mittwochvormittag bei Bauarbeiten auf dem Gelände des Ostravorwerks in der Nähe der Kreuzung Friedrichstraße/Waltherstraße entdeckt worden. Da der Zünder stark deformiert gewesen sei, habe es sich nicht um einen alltäglichen Einsatz gehandelt, sagte der Polizeisprecher. Die Kampfmittelexperten hätten den Zünder mit einer speziellen Wasserschneidmaschine entfernen müssen. Er wurde mit einem komprimierten Wasser-Sandstrahl von der Bombe abgeschnitten.

25 Anwohner in Notunterkunft

Bis 9 Uhr sollten alle 3.300 Anwohner ihre Wohnungen innerhalb des Sperrkreises verlassen. Polizeibeamte waren von Tür zu Tür gegangen und kontrollierten die Räumung des Gebiets. Zudem war ein Hubschrauber über den Stadtteil geflogen. Erst kurz nach 13 Uhr konnten die Experten mit der eigentlichen Entschärfung beginnen. Die Stadt hatte Notunterkünfte bereitgestellt, aber nur 25 Anwohner verbrachten einige Stunden in einer Notunterkunft in der Messehalle.

Bildergalerie So lief der Tag der Bombenentschärfung in Dresden-Friedrichstadt

Sprengmeister Robert Ludewig vor der entschärften Weltkiregsbombe im Fahrzeug am 6.10.2022 in Dresden.
Sprengmeister Robert Ludewig vor der entschärften Weltkriegsbombe im Fahrzeug. Insegsamt sieben Spezialisten waren mit der Entschärfung beschäftigt. gegen 16 Uhr gaben Polizei und Feuerwehr dann Entwarnung. Bildrechte: Nathalie von Mildenstein
Sprengmeister Robert Ludewig vor der entschärften Weltkiregsbombe im Fahrzeug am 6.10.2022 in Dresden.
Sprengmeister Robert Ludewig vor der entschärften Weltkriegsbombe im Fahrzeug. Insegsamt sieben Spezialisten waren mit der Entschärfung beschäftigt. gegen 16 Uhr gaben Polizei und Feuerwehr dann Entwarnung. Bildrechte: Nathalie von Mildenstein
Die entschärfte Bombe ist zum Abtrransport verladen.
Da liegt das rostige Ding sicher im Fahrzeug der Kampfmittelbeseitiger. Sie hatten mehrere Stunden lang mit einem speziellen Schneidgerät den Zünder von der Bombe gelöst und entschärft. Bildrechte: Nathalie von Mildenstein
Polizei ist im Einsatz.
Kurz nach 13 Uhr meldete die Polizei, dass der Sperrkreis geräumt ist und die Entschärfung der Bombe beginnt. Danach begannen lange Stunden des Wartens. Bildrechte: xcitepress
Nur wenige Menschen müssen mangels Alternativen auf die Notunterkunft in der Messehalle ausweichen.
Nur wenige Menschen hatten am Vormittag die Notunterkunft in der Messehalle genutzt. Die meisten Anwohner waren offenbar bei Freunden, Verwandten untergekommen oder auf Arbeit. Bildrechte: xcitepress
Wegen der Bombenentschärfung fällt an der Sportschule der Unterricht aus.
An der Sportoberschule fiel am Donnerstag der Unterricht aus, weil alle Zufahrtsstraßen gesperrt waren. Bildrechte: xcitepress
Eine Frau mit Regenschirm und ein Mann gehen in Richtung der Messe Dresden.
Viele Anwohner verließen am Morgen mit Koffern oder Rucksäcken den Sperrbereich. Bildrechte: dpa
Zwei Streifenwagen stehen an der Ecke Weißeritzstraße / Schäferstraße und Polizisten schicken Fahrzeuge und Fußgänger zurück.
Polizistinnen und Polizisten riegelten die Zufahrtsstraßen zum Sperrbereich am Morgen ab und schickten auch Autofahrer und Fußgänger zurück. Bildrechte: dpa
Die Fundstelle der Bombe wurde in der Nacht vom THW ausgeleuchtet und von der Polizei bewacht.
In der Morgendämmerung war die Baustelle zu sehen, auf der am Mittwoch der 250 Kilogramm schwere Blindgänger von einem Bagger bei Bauarbeiten in der Erde gefunden wurde. Bildrechte: xcitepress
Ein Kartenausschnitt der Stadt Dresden zeigt markierte Stadtteilbereiche. In diesen Regionen müssen die Anwohner am 6.10.2022 ihre Wohnungen wegen eines Bombenfundes verlassen.
Diesen Sperrkreis veröffentlichten die Behörden am Mittwochabend, damit sich Anwohner auf die Evakuierung am Donnerstag vorbereiten konnten. Bildrechte: Polizei Dresden
Drei Polizisten laufen über eine Baustelle.
Erst hieß es am Mittwoch, es sei ein verdächtiger Gegenstand gefunden worden. Die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes stellten fest, dass es sich um eine 250 Kilo schwere Kriegsbombe amerikanischer Bauart handele, die scharf sei. Bildrechte: Roland Halkasch
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Rückblick auf Bombenfund im November 2021

Zuletzt hatte es in Dresden im November vergangenen Jahres eine aufwändige Bombenentschärfung gegeben. Damals wurde ebenfalls im Stadtteil Friedrichstadt in der Fröbelstraße eine 250 Kilogramm schwere amerikanische Flieger-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Die Wohnungen von 7.400 Menschen mussten zuvor evakuiert werden, weil sie in der Gefahrenzone lagen. Die Bombe konnte damals erfolgreich entschärft werden.

MDR (ama/sth)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 05. Oktober 2022 | 12:30 Uhr

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