Chipmangel Bosch investiert Millionen in Dresdner Standort

Nicht nur in Computern gibt es Mikrochips: Auch in Autos und Waschmaschinen stecken heutzutage die winzigen Prozessoren. Mit voller Wucht wirkt sich der weltweite Chipmangel daher inzwischen auf zahlreiche Branchen aus. Der Chiphersteller Bosch reagiert nun auf diesen Mangel. Das Unternehmen investiert im großen Stil in seine Fertigung - vor allem in Dresden.

Halbleiterfabrik von Bosch
Gerade wurde das Bosch-Werk in Dresden erst eröffnet. Nun soll die Fertigung wegen des Chipmangels besonders schnell ausgebaut werden. Bildrechte: dpa

Der Technologiekonzern und Automobilzulieferer Bosch hat als Reaktion auf den weltweiten Halbleitermangel weitere Millioneninvestitionen in die Chipfertigung angekündigt. Im kommenden Jahr will das Unternehmen 400 Millionen Euro in den Ausbau seiner Halbleiterstandorte investieren, vor allem in Dresden. Im Juni hatte Bosch in der sächsischen Landeshauptstadt bereits ein neues Hightech-Werk zur Herstellung von Halbleitern eröffnet. 

Der Bedarf an Halbleitern wächst weiter rasant. Gerade in der aktuellen Lage bauen wir deshalb die Fertigung von Halbleitern konsequent aus, um unsere Kunden bestmöglich zu unterstützen.

Volkmar Denner Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung

Schnellerer Ausbau des Dresdner Werks

Der Großteil der Investitionen soll nach Angaben des Unternehmens im kommenden Jahr genutzt werden, um das neue 300-Millimeter-Halbleiterwerk in Dresden schneller auszubauen. Weitere 50 Millionen Euro sollen 2022 in das Halbleiterwerk in Reutlingen bei Stuttgart fließen. Von Grund auf neu baut Bosch ein Testzentrum für Halbleiter im malaysischen Penang, wo ab 2023 fertige Halbleiter-Chips und Sensoren getestet werden sollen. 

300-Millimeter-Wafer, Mikrochips
Aus solchen 300-Millimeter-"Wafern" werden Mikrochips gefertigt. Bildrechte: dpa

Chipmangel setzt Autoindustrie zu

"Die geplanten Investitionen belegen einmal mehr die strategische Bedeutung unserer eigenen Fertigungskapazitäten in der Schlüsseltechnologie der Halbleiter", erklärte Denner. Der Bedarf an Halbleitern wachse weiter rasant. "Jeder zusätzliche Chip aus unserer Produktion hilft in der aktuellen Situation", betonte Geschäftsführer Harald Kröger. Massive Engpässe bei der Lieferung von Mikrochips hatten insbesondere der Autoindustrie zuletzt stark zu schaffen gemacht. 

Quelle: MDR/sth/db/afp

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 29. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen