Konzertabsage Nach Kaisermania-Aus in Dresden Forderungen an Politik

Nach der Absage der Roland-Kaiser-Konzerte in Dresden mehren sich die Forderungen, die Zulassungsbeschränkungen für Großveranstaltungen zu überdenken. Roland Kaisers Fangemeinde muss auch in diesem Sommer auf die Kaisermania verzichten. Der Veranstalter Semmel Concerts gab das am Montagabend bekannt und verwies auf die Stadt Dresden. Vor Corona kamen jedes Jahr bis zu 40.000 Besucher zu den Auftritten ans Elbufer.

Nach der Absage der Roland-Kaiser-Konzerte in Dresden mehren sich die Forderungen, die Zulassungsbeschränkungen für Großveranstaltungen zu überdenken. Der Veranstalter der Kaisermania, Dieter Semmelmann, sagte MDR Sachsen, es sei unverständlich, dass selbst Konzerte ausschließlich für Geimpfte und Genesene nicht möglich seien. Dabei habe die Politik die Impfung immer wieder als entscheidend für den Wegfall der Beschränkungen genannt.

Dass die "Kaisermania"-Konzerte den zweiten Sommer ausfallen müssen, hatte Semmel Concerts Entertainment Anfang der Woche bekannt gegeben. Der Veranstalter verwies auf ein Verbot seitens der Stadt Dresden. Die hingegen argumentiert mit Hygieneauflagen gemäß der Corona-Verordnung. Dresdens Stadtsprecher Kai Schulze sagte der Bild-Zeitung, die Stadt wäre auch bereit, Veranstaltungen für Geimpfte und Genesene zu genehmigen. Allerdings erlaube die Corona-Schutzverordnung des Freistaates dies nicht.

Diskussionen im Vorfeld

Die Stadt erklärte, dass Veranstalter und Gesundheitsamt im Vorfeld verschiedene Veranstaltungsorte und Optionen abgewogen hätten. Es sei auch über die Ausnahme diskutiert worden, die Konzerte im Stadion stattfinden zu lassen. "Im Ergebnis der Gespräche wurde festgestellt, dass die 'Kaisermania' als Stehkonzert nicht mit der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Freistaats in Einklang zu bringen ist", so die Stadt Dresden.

Auf seiner Homepage berichtete Veranstalter Semmel Concerts über "umfassenden Schutzmaßnahmen" und ein "erarbeitetes Hygienekonzept", wonach nur Geimpfte, Getestete oder Genesene als Besucher vorgesehen gewesen seien. Zudem sollte es "Teststationen vor Ort, eine lückenlose Besucherdatenerfassung, personalisierte Eintrittskarten, eine mögliche Reduzierung der Besucherkapazität auf 50 Prozent, Maskenpflicht an neuralgischen Punkten wie Einlass/Auslass/Sanitärbereiche/Gastronomie, ein eingeschränkter Alkoholausschank und weitere Maßnahmen" geben.

Die Argumente der Stadt Dresden

Die Stadt Dresden wiederum verwies auf die Coronaschutzverordnung des Landes und die geltenden Regeln für Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern. Danach sind Masken auch außerhalb des Sitzbereiches zu tragen, gelten Mindestabstände und Beschränkungen beim Alkoholausschank. Selbst bei einer Inzidenz unter 10 müsse bei mehr als 5.000 Besuchern abseits des eigenen Platzes ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. "An diesen Standards ändert auch die Begrenzung auf vollständig geimpfte oder genesene Personen nichts", betonte die Stadt.

Zugleich verwies sie auf die Impfquote in Sachsen, die mit Stand 18. Juli bei 42,9 Prozent lag. Und damit für die Behörde "noch nicht so hoch, als dass nicht bei Großveranstaltungen auch geimpfte oder genesene Personen mögliche Corona-Infektionen weitertragen können". Dies erhöhe das Risiko einer erneuten schnellen Ausbreitung des Coronavirus.

Andererseits sei es auch nicht möglich, bei Begrenzung der Besucher auf den Kreis Genesener und vollständig Geimpfter "alle anderen Schutzmaßnahmen gänzlich außer Acht zu lassen, was mit Blick auf das Format ein nachvollziehbarer, aber nicht umsetzbarer Wunsch des Veranstalters ist." Mit anderen Worten: In einem genehmigungspflichtigen Hygienekonzept hätten Mindestabstände und, abhängig von der Besucheranzahl, auch die Pflicht zum Masketragen abseits des eigenen Platzes und Alkoholbeschränkungen drin stehen müssen.

Schlussendlich hat sich der Veranstalter der 'Kaisermania' gegen die Einreichung eines angepassten Hygienekonzepts entschieden, sodass es seitens des Gesundheitsamtes weder einer Genehmigung noch einer Versagung bedurfte.

Begründung der Stadt Dresden

Sänger Roland Kaiser während eines Konzertes der Kaisermania im Rahmen der Filmnächte am Elbufer in Dresden
Solche Bilder wird es in diesem Sommer vom Dresdner Elbufer nicht geben. Bildrechte: imago images / Andreas Weihs

Vertröstung auf 2022

Der Veranstalter beklagt auf seiner Homepage die Konzertabsagen vor "dem Hintergrund eines aktuell niedrigen Inzidenzwertes und entspannter Belegungszahlen der Krankenhäuser bei steigender Impfquote". Zugleich verspricht er der Fangemeinde in Dresden:

Die Konzerte werden im Sommer 2022 nachgeholt und wir versprechen euch schon heute eine gigantische Kaisermania 2022, die wir anlässlich Rolands 70. Geburtstag im kommenden Jahr gemeinsam mit euch feiern werden und die vielleicht weitere Überraschungen vorhält.

Ankündigung des Veranstalters Homepage

Vor der Corona-Pandemie feierten jedes Jahr bis zu 40.000 Besucher bei den Auftritten von Roland Kaiser am Elbufer.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 20. Juli 2021 | 07:00 Uhr

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