Staatsanwaltschaft Pirna: Beschleunigtes Verfahren nach Tweet mit Drohung beantragt

Er sei Bogenschütze, beherrsche das Schwert recht gut und es sollte ihm gelingen, zwei Impfärzte oder Polizisten mitzunehmen, bevor er die Regenbogenbrücke betrete. Dieser Tweet bringt einen 43-Jährigen nun vor Gericht. Der Wortlaut ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaft als Androhung eines Tötungsverbrechens zu werten.

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Wegen eines Tweets muss sich ein 43-Jähriger vor Gericht verantworten. Den Inhalt der Nachricht wertet die Staatsanwaltschaft als Androhung eines Tötungsverbrechens. Bildrechte: dpa

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat beim Amtsgericht Pirna gegen einen 43-jährigen Deutschen ein beschleunigtes Verfahren beantragt. Dem Beschuldigten legen die Ermittler nach eigenen Angaben Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten zur Last. Ihm wird vorgeworfen, am 4. Dezember 2021 gegen 11:30 Uhr über einen von ihm genutzten Twitter-Account unter anderem mitgeteilt zu haben, dass er Bogenschütze sei, das Schwert recht gut beherrsche und es ihm gelingen sollte, zwei Impfärzte oder Polizisten mitzunehmen, bevor er die Regenbogenbrücke betrete, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Tweet kann als Androhung eines Verbrechens gewertet werden

Bei der Veröffentlichung dieser bis zum Nachmittag des 6. Dezembers einsehbaren Nachricht soll der Beschuldigte zumindest billigend in Kauf genommen haben, dass diese Äußerung als Androhung eines Tötungsdelikts zu verstehen und ernst zu nehmen ist. Ebenso soll der Beschuldigte billigend in Kauf genommen haben, dass ein nicht überschaubarer Personenkreis durch die Äußerung beunruhigt würde.

Der Beschuldigte sei geständig, hieß es. Er sei bisher nur wegen geringfügiger Vergehen strafrechtlich in Erscheinung getreten.

Quelle: MDR (lam)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus Dresden | 12. Januar 2022 | 15:30 Uhr

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