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Fahrlehrer aus Sachsen haben sich in Dresden getroffen und sind aus Protest gegen die geschlossenen Fahrschulen gemeinsam zum Landtag gefahren. Bildrechte: Tino Plunert

Lockdown-Folgen

Fahrschulen protestieren mit Autokorso in Dresden gegen Schließung

Stand: 19. Februar 2021, 11:49 Uhr

Fahrlehrer aus Sachsen haben am Freitag in Dresden für die schnelle Wiederöffnung der Fahrschulen in Sachsen demonstriert. Vom Ostragehege war ein Fahrzeugkorso durch die Landeshauptstadt zum Landtag gestartet. Organisiert hat den Protest eine Fahrschule aus Pirna. Martin Gebler, Inhaber einer Dresdner Fahrschule, sagte, die Ausbildung, die er gewähre, sei systemrelevant. Die Fahrschüler seien häufig beruflich auf die Fahrerlaubnis angewiesen. Julia Mey, die eine Fahrschule in Pirna betreibt, erklärte, man wolle auch erreichen, dass alle Fahrschüler gleichbehandelt werden. Es sollten nicht nur diejenigen ihren Führerschein erwerben dürfen, die ihn berufsbedingt brauchen.

Der Korso führte unter anderem am Terrassenufer lang. Bildrechte: xcitePRESS

Fahrlehrerverband begrüßt die Aktion

Der Landesverband sächsischer Fahrlehrer ist zwar nicht Veranstalter der Demonstration, befürworte aber "natürlich alle Aktionen die dazu dienen, dass die Fahrschulen in Sachsen ihre Tätigkeit so schnell wie möglich und uneingeschränkt wieder aufnehmen können", sagte dessen Sprecher Andreas Grünewald. Es sei völlig "unverständlich und unhaltbar, dass Fahrschulen und Fahrlehrer durch ein Tätigkeitsverbot in extreme, wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind".

Der Fahrlehrerverband verweist darauf, dass nach dem ersten Lockdown im Jahr 2020 "die Fahrschultätigkeit unter strenger Beibehaltung unseres eigens erstellten Hygienekonzeptes wieder aufgenommen" wurde. In den Fahrschulen habe "es keinerlei Auffälligkeiten bezüglich eines Infektionsgeschehens" gegeben. Grünewald verweist in diesem Zusammenhang auf Ergebnisse von Kontrollen durch die zuständigen Gesundheitsbehörden.

Auch Berufskraftfahrer in Weiterbildung betroffen

Betroffen seien aber nicht nur Fahrschulen und deren Ausbilderinnen und Ausbilder, sondern auch Bewerberinnen und Bewerber um eine Fahrerlaubnis sowie viele Teilnehmende an Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen, wie etwa Berufskraftfahrer. Pech haben auch Verkehrssünder, die derzeit zum Erhalt ihrer Fahrerlaubnis keine Seminare besuchen können.

Völlig unerklärlich ist es uns, dass in benachbarten Bundesländern wie Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern der Betrieb von Fahrschulen gestattet ist, trotz dass zuweilen höhere Inzidenzzahlen in den angrenzenden Landkreisen dieser Bundesländer zu verzeichnen sind.

Fahrlehrerverband Sachsen

Fahrschüler und Fahrlehrer fordern von Politikern, endlich wieder eine Fahrschulausbildung zu ermöglichen. (Symbolbild) Bildrechte: imago/INSADCO

Der Fahrlehrerverband aus Sachsen erklärte ferner: "Wir fordern nun mit Nachdruck die politisch Verantwortlichen auf, dass uns die Wiederaufnahme der Fahrschultätigkeit ermöglicht wird und die zugesagten finanziellen Hilfen (Überbrückungshilfe III) endlich ausgezahlt werden." Man stehe dazu in engem Kontakt zur Staatskanzlei und den zuständigen Ministerbüros, "um nun die handwerklichen Dinge der sicheren Wiederaufnahme unserer Fahrschultätigkeit am 1. März vorzubereiten".

Offener Brief einer Fahrschülerin

Unlängst hatte eine Fahrschülerin aus der Sächsischen Schweiz in einem offenen Brief an die Verantwortlichen appelliert, Fahrschulen schnell wieder zu öffnen. Sie verwies auf steigende Kosten, wenn nach längeren Pausen Fahrstunden wiederholt werden müssten. Viele Fahrschüler benötigten den Führerschein für eine Ausbildung oder eine neue Arbeitsstelle. Ferner verwies die Frau darauf, dass auch Pflegedienste oder Lieferdienste auf Mitarbeiter mit Führerschein angewiesen seien und deren Angebote wiederum Hilfsbedürftigen in der Corona-Krise besonders zu Gute kämen.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSENMDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 19.02.2021 | 10:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus Dresden

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