Pandemie Proteste gegen Corona-Maßnahmen in Dresden und Zwönitz

Am 30. Oktober 2020 versammelten sich rund 5.000 sogenannte Querdenker in Sachsens Landeshauptstadt, um gegen die Corona-Schutzmaßnahmen zu demonstrieren. Ein Jahr später sind sie erneut durch die Dresdner Innenstadt gezogen, allerdings mit deutlich weniger Teilnehmern. Auch in Zwönitz gab es einen Protestzug.

Querdenker Dresden Jahrestag
Die Polizei spricht von rund 1.000 Teilnehmern in Dresden. Bildrechte: xcitepress

In Dresden haben am Sonnabend Anhänger der sogenannten "Querdenken"-Bewegung demonstriert. Wie die Polizei MDR SACHSEN sagte, beteiligten sich etwa 1.000 Menschen an der Veranstaltung zum Jahrestag des örtlichen Ablegers. Nach einer Auftaktkundgebung am Nachmittag zogen sie mit Plakaten und Transparenten durch die Innenstadt, um gegen die Corona-Politik in Deutschland zu protestieren. Laut Polizei musste der Zug wegen einer Sitzblockade von etwa zehn Gegendemonstranten an einer Stelle umgeleitet werden. Insgesamt sei die Lage friedlich geblieben.

Ende aller Corona-Maßnahmen gefordert

Menschen demonstrieren vor der Dresdner Semperoper.
Auftaktkundgebung auf dem Theaterplatz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bereits bei der Auftaktkundgebung auf dem Theaterplatz forderten die Redner und Demonstranten laut einer Reporterin die Aufhebung aller Corona-Schutzmaßnahmen. Sie skandierten unter anderem "Kretschmer muss weg". Damit spielten sie auf den Vorstoß des sächsischen Ministerpräsidenten an, das 2G-Modell angesichts der stark steigenden Corona-Infektionszahlen und der inzwischen sehr hohen Auslastung der Krankenhäuser mit Covid-19-Patienten, verpflichtend einzuführen. Derzeit wird es Veranstaltern und Gastronomen als Options-Modell zur Verfügung gestellt. Mit der 2G-Regel hätten nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt zu vielen Bereichen. In der kommenden Woche will Sachsens Landesregierung die neuen Maßnahmen vorstellen. Bereits am Freitag hatte sie mitgeteilt, dass in Sachsen sogenannte Booster-Impfungen jetzt für alle Personen ab 18 Jahren empfohlen werden.

Protestzug in Zwönitz

Eine Protestaktion zu den bestehenden Corona-Maßnahmen gab es am Nachmittag auch in Zwönitz. Wie ein Sprecher der Polizeidirektion Chemnitz auf Anfrage von MDR SACHSEN mitteilte, haben sich daran rund 100 Menschen beteiligt. Es habe keine Vorkommnisse gegeben, so der Sprecher. Der Auflage, keine Transparente mitzuführen, seien die Teilnehmer nachgekommen. Wie viele Beamte die Kundgebung mit anschließender Demonstration absicherten, dazu wollte der Sprecher keine Aussage machen.

Eine gruppe von Männern, teilweise mit blauen Barettmützen, stehen vor zwei Polizisten
Die Polizei setzte in Zwönitz die Auflagen durch. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Informationen eines Reporters zufolge mussten einige Teilnehmer auf Ansage der Polizei hin auch ihre Baretts absetzen. Zu dem Protest habe die sogenannte Gemeindeversammlung Zwönitz aufgerufen.

Im Frühjahr war es bei unangemeldeten Corona-Protesten in Zwönitz mehrfach zu Gewalt gekommen. Mehrere Polizisten wurden verletzt. Unter den Demonstranten waren nach Aussage des Verfassungsschutzes auch bekannte Rechtsextreme.

Quelle: MDR/kh/dk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Sachsenspiegel | 30. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

13 Kommentare

alter dynamo fan vor 11 Wochen

Wenn die Pandemie zum Winter sehr stark ansteigt und die Krankenhäuser fast niemanden mehr annehmen können , wird die Diskussion übers Impfen in eine andere Richtung gehen , nämlich zur Steigerung der Impfquote . Die Italiener die eigentlich rebellerisch gegenüber Regierenden sind als wir Deutschen haben eine sehr hohe Impfbereitschaft. Ihnen sitzt noch der Schrecken und das Elend von Bergamo in den Gliedern . Und noch was zu den vielen Kritikern , übernehmt doch mal selbst Verantwortung für die Gesellschaft . Entscheidungsträger braucht jede Gesellschaft . gebe es sie nicht herrschte Anarchie . Und Entscheidungsträger sind auch nur Menschen die Fehler machen wie Du und Ich . Eine Pandemie ist nichts neues,früher gab es die Pest . Da kam aber dazu das die Bevölkerung hungerte und medizinisch kaum Hilfe kam . Also den Ball etwas flach halten liebe Wohlstandsbürger

Janes vor 11 Wochen

Sorry @ maranatha...in diesem Moment endet die Diskussion für mich. Forschungseinrichtungen der ganzen Welt haben ein Jahr lang an dem Vidus intensiv geforscht, wir hatten Glück, dass das Virus "so einfach" ist und dazu noch ein nagelneues Werkzeug zur Impfstoffherstellung, das mRNA System. Und dann haben Milliarden Menschen bereits Impfungen erhalten. Noch niemals haben Impfstoff auf der Welt Nebenwirkungen erst nach Monaten gezeigt. Das Corona schnell tötet und mit Impfung nicht, wissen wir ebenfalls. Und trotzdem gibts Leute wie sie, die "Meinungen" wie ihre haben. Und das vergiftet die Gesellschaft, meiner Ansicht nach. Da word diskutiert, wo es nichts zu diskutioeren gibt.

Geimpfte sollten ihre normalen Rechte bekommen und die Ungeimpften Auflagen, denn die schaffen es ja nicht, aus eigenem Antrieb andere zu schützen.

DER Beobachter vor 11 Wochen

Argumentat. ist wie die Maranathas typisch für Quarkdenker, damit kaum ernst zu nehmen. Ja, es gibt Impfdurchbrüche, aber sind nachweisl. seltener. V.a. bleiben geimpften Infizierten schwerer Verläufe eher erspart und sie sind weniger (Zeit) infektiös. Auch Impfrestrisiko ist jedem klar. Trotzdem ist dies mit hier zugelassenen Mitteln deutlich kleiner als gern aus asozialer Leerdenkerszene unterstellt. Mir muss übrigens keiner von Impfschäden erzählen, habe solche vor Jahren im Zivild. selbst gehabt, zwei Rötelnimpfkinder. Trotzd. haben wir logisch unsere Kinder auch dagegen impfen lassen damals. Impfschäden sind tatsächlich in erster Linie bei Kleinkindern, weshalb es für sie ja bisher tatsächlich auch noch keine Notfallzulassung gibt. Und wer aus echten (nicht von Schwurbelärzten "diagnostizierten") medizinischen Gründen nicht geimpft werden kann, geniesst jeden Schutz auch vor asozialen Quarkdenkern. Wer vernünftig abwägt, kann nur zum Schluss kommen, sich impfen zu lassen. Punkt!

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