29.04.2020 | 08:05 Uhr Historisches Grünes Gewölbe vor Wiedereröffnung - Termin offen

Das Historische Grüne Gewölbe in Dresden ist ein Highlight der staatlichen Museen Sachsens. Der Juwelendiebstahl aus der Schatzkammer liegt bald ein halbes Jahr zurück - nun hoffen die Kunstsammlungen auf deren Wiedereröffnung.

Das Juwelenzimmer im Historischen Grünen Gewölbe im Dresdner Schloss der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD).
Bildrechte: dpa

Auch das seit dem Juwelendiebstahl im November 2019 geschlossene Historische Grüne Gewölbe soll bald wieder für Besucher zugänglich sein. "Wir würden es uns wünschen, dass wir es zusammen mit anderen unserer Museen wiedereröffnen können", sagte die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Marion Ackermann, der Deutschen Presse-Agentur.

Ein genauer Termin steht noch nicht fest. Hintergrund ist das für den 4. Mai in Aussicht stehende Ende der Zwangspause im Zuge weiterer Lockerungen bei den Corona-Schutzmaßnahmen für die Museen in Sachsen.

Bildergalerie Diese Kostbarkeiten verschwanden aus der Vitrine im Grünen Gewölbe

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben nun mitgeteilt, welche Schmuckstücke am Montagmorgen gestohlen worden. Für die Schäden haftet der Freistaat, eine eigene Versicherung gibt es nicht.

Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Das Juwelenzimmer in der Schatzkammer des sächsischen Kurfürsten mit der Schmuckvitrine, als sie noch vollständig war. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Das Juwelenzimmer in der Schatzkammer des sächsischen Kurfürsten mit der Schmuckvitrine, als sie noch vollständig war. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantrosengarnitur Kleinod des Polnischen Weißen Adler-Ordens: Er trägt 225 größere und kleinere Diamanten. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantrosengarnitur Hutagraffe: Der Diamant in der Schleife oben hat 24,98 Karat. Der Mittelstein unten in der Rosette zeichnet sich durch 16,5 Karat aus. Die Hutkrempe besteht aus 13 großen und 103 kleineren Diamanten, aus Silber und Gold. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantrosengarnitur Achselschleife (Epaulette) - Teilstück vorhanden: Das Schmuckstück trägt 20 große und 216 kleine Diamanten, besteht aus Gold und Silber. Die größte Diamantrose in der Mitte der Doppelschleife hat 31,5 Karat. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Brillantgarnitur
Brillantgarnitur Überblick über die Brillantgarnitur Bildrechte: SKD, Jürgen Karpinski
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Brillantgarnitur Bruststern des polnischen Weißen Adler-Ordens Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen Diese große Brustschleife gehörte Königin Amalie Auguste. Der Schmuck stammt aus dem Jahr 1782 und trägt 51 große und 611 kleine Brillanten. Die Steine werden von Gold- und Silbereinfassungen gehalten. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen Aigrette für das Haar in Form einer Sonne Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
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Besucherzahl pro Stunde weiter beschränken

Von den Luftbedingungen und dem getakteten Zugang durch Zeittickets her wäre die einstige Schatzkammer sächsischer Kurfürsten und Könige laut Ackermann "ein ideales Museum in diesen Zeiten". Nach ihren Angaben gab es zudem schon früher Überlegungen, die Besucherzahl pro Stunde von bisher 100 auf 80 oder weniger zu beschränken. "Es war ja immer sehr gefragt, jetzt würden wir den Zugang noch stärker reduzieren trotz Verringerung der Einnahmen, die Sicherheit wird weiter erhöht."

Halbe Million Euro Belohnung ausgesetzt

Ein Polizeifahrzeug steht vor dem Residenzschloss mit dem Grünen Gewölbe.
Am 25. November drangen bislang unbekannte Täter in das Historische Grüne Gewölbe ein. Bildrechte: dpa

Bei dem Einbruch am 25. November 2019 waren Unbekannte in der Dunkelheit über eines der vergitterten Fenster in das weltberühmte Museum im Residenzschloss eingedrungen. Im Juwelenzimmer hatten sie mit einer Axt drei Löcher in die Vitrine geschlagen und nahmen daraus etwa zwei Dutzend barocke Schmuckstücke aus Gold, Diamanten und Brillanten von unschätzbarem Wert mit.

Der Coup, der weltweit Schlagzeilen machte, dauerte nur wenige Minuten - als die Polizei eintraf, waren Diebe und Beute verschwunden. Für Hinweise zur Ergreifung der Täter ist eine Belohnung von einer halben Million Euro ausgesetzt. Eine Sonderkommission namens "Epaulette" ermittelt in dem Fall und geht von einer geplanten Tat aus.

Polizei statt privater Wachschutz?

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gingen inzwischen 1.45 Hinweise ein, eine heiße Spur gibt es offenkundig weiterhin nicht. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von mindestens sieben Personen aus, gegen vier Wachleute laufen Ermittlungsverfahren.

"Es werden erhöhte Ausgaben für Sicherheit durch diesen Schock der Erfahrung nötig sein", sagte SKD-Chefin Ackermann. "Und man muss sich als Gesellschaft fragen, wie viel man bereit ist, in die Sicherheit zu investieren." In einer MDR-Dokumentation warf sie auch die Frage auf, ob die Bewachung der Kunstschätze nicht wieder in staatliche Hände übergehen sollte, dass also Polizisten statt privater Sicherheitsdienste die Vitrinen bewachen.

Es müsse immer wieder auf neue Entwicklungen von Seiten der Kriminellen reagiert werden. "Diese ständige Überprüfung ist natürlich auch eine Frage des Geldes." Im digitalen Bereich seien schnelle Reaktionen möglich, wenn es aber um Gemäuer geht, "sind das immense Kosten".

Globales Museumsnetzwerk sensibilisiert

Seriöse Angebote über aufgetauchte Stücke hat die SKD laut Ackermann bisher nicht. "Aber wir tun auch mit unseren Mitteln alles, was wir können über das globale Museumsnetzwerk." Die Sicherheitschefs der großen Museen weltweit wüssten Bescheid und würden die jeweiligen Szenen kennen, die Beute sei überall bekannt und es falle auf, wenn etwas davon auftauche. "Selbst wenn es die Möglichkeit des Rückkaufs gäbe, hätten wir weltweit Unterstützer."

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.04.2020 | ab 10:00 Uhr in den Nachrichten

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