Corona-Forschung Biotec-Firma aus Dresden arbeitet an Impfstoff als Nasenspray

Eine junge Frau benutzt Nasenspray (gestellte Szene).
Mit einigen Sprühstößen das Corona-Virus besiegen? Forscher aus Sachsen sagen, das geht, und streben die Marktzulassung an. Bildrechte: dpa

Ein Radebeuler Unternehmen arbeitet an einem Corona-Impfstoff, der als Nasenspray verabreicht werden soll. "In einem Jahr bis 18 Monaten könnten die ersten Patienten davon profitieren", stellte der Geschäftsführer der Firma Ribboxx Pharmaceuticals, Prof. Dr. Jacques Rohayem, in Aussicht. Im Gespräch mit MDR SACHSEN sagte er, es handle sich dabei um eine klare Flüssigkeit, die bei vier Grad Celsius Kühlschranktemperatur bis zu drei Jahre lang gelagert werden könne.

Erfinder suchen Geldgeber

Experimentelle Bestätigungen der Wirksamkeit und der industriellen Herstellung lägen vor. Aber: "Was wir noch benötigen, ist eine Finanzierung von mehreren Tausend Impfdosen", sagte Rohayem. Die seien vor der letzten Erprobungsrunde für die medizinischen Zulassung nötig. Er spreche mit mehreren Institutionen als potenzielle Geldgeber.

Corona-Impfung mit Nasenspray? - Der Impfstoff des Unternehmens bestehe aus zwei Komponenten, erklärt das Unternehmen. Die eine sei ein Eiweiß, das die Struktur des Corona-Viurs nachahmt. Bei der zweiten Komponente handele es sich um einen Eiweißverstärker, wie er auch in herkömmlichen Impfstoffen gegen Grippe verwendet wird.

- Dieser Verstärker sei die eigentliche Innovation aus Sachsen, weil er nach Worten des Biotec-Unternehmens "sehr stabil" sei und "dadurch vom Körper gut aufgenommen" werde.

- Per Nasenspray gelange der Wirkstoff an die Nasenschleimhaut, in der Immunzellen aktiviert würden. Diese Immunzellen könnten die Infektion mit dem Virus beseitigen.

Quelle: Ribboxx Pharmaceuticals

Ein freundlicher Mann mittleren Alters blickt in die Kamera. Es ist der Medzin-Professor, Virologe und Unternehmensgründer Prof. Dr. Jacques Rohayem, der an einem Corona-Impfstoff als Nasenspray forscht.
Gründer und Erfinder Prof. Dr. Jacques Rohayem ist Facharzt für Mikrobiologie und Infektiologie und ist habilitiert im Bereich Virologie, Epidemiologie und Mikrobiologie an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden. Bildrechte: ribboxx GmbH

Vor 20 Jahren hatte Rohayem, damals noch Wissenschaftler an der TU Dresden, an der Nasenspray-Technologie geforscht. 2009 hat er aus dem Forschungsprojekt im Rahmen des Technologietransfers eine Firma gegründet, die sich auf die Aktivierung des Immunsystems mit Wirkstoffen gegen Erkrankungen spezialisiert hat. Ein Bereich betreffe Krebserkrankungen, der andere Infektionen mit Viren. Für den Eiweißverstärker im angekündigten Corona-Impfstoff hat das Unternehmen 17 Patente weltweit angemeldet, sagte Geschäftsführer Rohayem.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.03.2021 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem studio Dresden

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