Neue Corona-Regeln Inzidenz zu hoch: In Dresden gilt wieder Maskenpflicht beim Einkauf

Die Wocheninzidenz bei den Corona-Neuinfektionen hat in Dresden den fünften Tag in Folge über 10 gelegen. Damit gilt unter anderem ab sofort wieder die Maskenpflicht beim Einkaufen. Ist das schon ein Anzeichen für die vierte Corona-Welle? Wie wappnet sich Sachsen dafür?

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Weil die Wocheninzidenz in Dresden über längere Zeit über 10 liegt, gelten in der Stadt wieder strengere Hygienemaßnahmen. Bildrechte: MDR / Imago Images/Sylvio Dittrich / Panthermedia

Die Stadt Dresden muss als erste Region in Sachsen die Corona-Regeln wieder verschärfen. Am Donnerstag hatte die Inzidenz in Dresden den fünften Tag in Folge über der entscheidenden Zehner-Grenze gelegen. Damit tritt ab Sonnabend wieder die Maskenpflicht beim Einkaufen, in Gaststätten sowie in Kultureinrichtungen in Kraft, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Die Maskenpflicht gilt auch auf Märkten, bei Großveranstaltungen außerhalb des eigenen Platzes, in Kraftfahrzeugen, wenn Personen aus unterschiedlichen Hausständen mitfahren, und für Handwerker und Dienstleister in den Räumlichkeiten der Auftraggeber.

Kontaktbeschränkungen und Tests

Auch Kontaktbeschränkungen greifen entsprechend der sächsischen Corona-Schutzverordnung wieder. Maximal zehn Menschen dürfen sich treffen, Geimpfte und Genesene zählen dabei nicht mit. Familienfeiern, Eheschließungen und Beerdigungen sind nur noch für bis zu 50 Personen zulässig, wobei auch hier Geimpfte und Genesene nicht mitgezählt werden. In Museen, Kinos, Konzerthäusern oder Theatern sowie bei Sportveranstaltungen müssen Corona-Test gemacht werden, wenn der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Gleiches gilt für Freizeit- und Vergnügungsparks, Indoorspielplätze, Zirkusse und Spielhallen.

Nur wenige Erkrankte im Uniklinikum

Auch wenn die Neuansteckungen etwas zugenommen haben, die Lage in den sächsischen Krankenhäusern gilt derzeit als unkritisch. In der Dresdner Uniklinik sind zurzeit nur wenige Betten mit Corona-Patienten belegt, sagte der medizinische Vorstand des Uniklinikums, Michael Albrecht. Allerdings leide ein Teil des Pflegepersonals nach den Erlebnissen in der Coronazeit unter Erschöpfungssymptomen. Das lasse sich indirekt am Krankenstand ablesen, meinte Albrecht.

Sozialministerium bereitet sich auf vierte Welle vor

Unterdessen haben im sächsischen Sozialministerium die Planungen für eine mögliche vierte Corona-Welle im Herbst begonnen. Auch an denen ist Michael Albrecht beteiligt. Er hatte zu Beginn der Pandemie ein Modell entwickelt, um die Entwicklung von Inzidenzwerten und Bettenbelegungen abschätzen zu können. Was aus seiner Sicht notwendig ist, sagte der Mediziner im Gespräch mit MDR SACHSEN.

Zum einen müsse man planen, im Herbst aktiv auf die Leute zuzugehen, die eine Auffrischimpfung benötigen. Darüber hinaus müsse geklärt werden, ab wann in Zukunft Einschränkungen gelten sollen, sagte Albrecht.

Wir brauchen einen Fahrplan, ein Ampelsystem, ab wann wir wieder Einschränkungen machen müssen. Wobei man klar sagen muss, dass die Inzidenz bei der Durchimpfquote eine andere ist als ohne Impfung.

Prof. Michael Albrecht Medizinischer Vorstand des Uniklinikums Dresden

Man könne nicht einfach die Zahlen vom Dezember 2020 nehmen. Deshalb schlägt er ein Ampelsystem vor: Inzidenz - Bettenbelegung - Betten normal und Betten intensiv. "Und als Drittes nimmt man noch die Impfquote. Weil die Impfquote am Ende ja auch die Gefährlichkeit der Inzidenz beeinflusst", meinte Albrecht.

Quelle: MDR/ma/sth/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 31. Juli 2021 | 06:00 Uhr

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