Corona-Schutz Dresden testet mobile Luftfilter an einer Grundschule

Luftfilter gelten als ein Baustein im Kampf gegen Corona. Statt festen Luftfilteranlagen kaufen viele Kommunen erst einmal mobile Geräte. Auch Dresden hat sich so entschieden. Die Stadt testet sie im neuen Schuljahr zunächst an einer Grundschule.

Ein Luftfiltergerät steht in einem Fachraum eines Gymnasiums
Mobile Luftfiltergeräte wie dieses soll es im neuen Schuljahr an Dresdner Grundschulen geben. Aber erst mal nur an einer. Bildrechte: dpa

Um Schülerinnen und Schüler im Unterricht vor Corona zu schützen, setzt auch die Stadt Dresden auf mobile Lüftungsanlagen. Im Gespräch mit MDR SACHSEN erklärte die Leiterin des Dresdner Schulverwaltungsamtes, Katrin Düring, wie die nächsten Schritte aussehen.

Wir werden jetzt erstmal einzelne Geräte anschaffen und mit einer Schule starten.

Katrin Düring Leiterin des Dresdner Schulverwaltungsamtes

In der Vorbereitungswoche Ende August soll mit der Schulleitung der betreffenden Grundschule gesprochen werden. Laut Amtsleiterin kostet ein Lüfter 4.000 Euro. Dazu muss noch einmal ein Viertel des Preises draufgeschlagen werden, um die spätere Wartung zu bezahlen.

Da Dresden 149 kommunale Schulen hat, komme eine erhebliche Summe zustande. "Deshalb haben wir eine Doppelstrategie. Wir werden für einzelne Schulstandorte Modelle ausprobieren, um Rückmeldungen von Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern zu bekommen."

Problemfall Speisesaal

Darüber hinaus werde man sich genau ansehen, welche Räume besonders intensiv belüftet werden müssen. Ein Beispiel seien die großen Speiseräume der Schulen. "Zum einen sammeln sich dort viele Schülerinnen und Schüler. Gleichzeitig liegen diese Räume oft im Erdgeschoss und manchmal auch im Keller. Sie lassen sich nicht so gut belüften wie Klassenräume", sagte die Amtsleiterin.

Scheinbare Sicherheit durch Lüftungsgeräte

Neben den Vorteilen sieht Katrin Düring aber auch Nachteile der mobilen Geräte. Sie könnten eine scheinbare Sicherheit vermitteln, so dass dann die Fenster zublieben und nicht mehr in dem Maße gelüftet werde, wie es die Kultusministerkonferenz empfohlen habe, nämlich alle 20 bis 25 Minuten. Düring appellierte an alle Verantwortlichen, zusätzlich zum regelmäßigen Lüften auch im neuen Schuljahr die Abstands- und Hygieneregeln weiterhin einzuhalten.

Kostenfaktor feste Lüfter

Ob die Pandemie dazu führt, dass in Zukunft bei Schulneubauten und Sanierungen gleich feste Lüfter eingebaut werden, vermochte die Amtsleiterin nicht zu sagen. "Da sind wir auch gespannt, ob sich das im Rahmen der Pandemievorsorge durchsetzen wird." In jedem Fall sei dann die Unterstützung durch Bund und Land notwendig, um das umzusetzen, machte Düring klar. Bisher gebe es solche Anlagen nur vereinzelt, beispielsweise im Gymnasium Tolkewitz. "Aus meiner Sicht ist das ein sinnvoller Weg, um eine hohe Raumluftqualität zu erreichen", sagte Düring.

Quelle: MDR/sth/kw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 05. August 2021 | 08:30 Uhr

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