Corona-Pandemie Corona-Lage am Uniklinikum Dresden spitzt sich zu

Fehlende Betten, verschobene Operationen: Die Kliniken in Sachsen füllen sich erneut mit Covid-Erkrankten. Die Mehrheit ist ungeimpft. Und weil auch Pflegepersonal fehlt, kommen die Klinikstationen an ihre Leistungsgrenzen.

Am Dresdner Uniklinikum verschärft sich die Corona-Lage weiter. Wie die Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Uniklinik Dresden, Prof. Thea Koch, MDR SACHSEN sagte, fehlen auf den Intensivstationen wegen starken Zunahme von Covid-19-Patienten zunehmend Betten - auch für Nicht-Covid-Patienten. Derzeit würden sich die Corona-Infektionen nahezu verdoppeln, was zu einer Überlastung der Stationen führe.

Operationen werden verschoben

"In einer Woche fehlen uns sachsenweit 400 Normalstationsbetten. Eine Woche später könnten es dann bereits 1.000 sein", sagte Koch. Das Dresdener Uniklinikum werde aus diesem Grund ab Donnerstag damit beginnen müssen, Operationen von Tumorpatienten, Unfallverletzten oder Schlaganfallpatienten zu verschieben, weil zu viele Betten von Corona-Erkrankten belegt seien, sagte Dr. Koch.

95 Prozent der Covid-Erkrankten ungeimpft

Es handele sich dabei zu 95 Prozent um ungeimpfte Personen, deren schwere Krankheitsverläufe mit einer Impfung hätten verhindert werden können. Die wenigen Geimpften hätten bereits schwere Vorerkrankungen oder könnten durch die Impfung nur schwer Antikörper aufbauen.

Pflegepersonal fehlt

Man werde als Ärztin oder Pfleger mürbe, wenn man sehe, dass diese vielen "tragischen und sehr pflegeaufwendigen Fälle" mit sehr langen Verläufen und einer hohen Sterblichkeit nicht betreut werden müssten, wenn sie geimpft wären. Zudem fehle Pflegepersonal, das abgewandert ist. Auch der Krankenstand sei derzeit hoch, so Koch.

Auch Uniklinikum Leipzig verschiebt Operationen

Auch das Uniklinikum Leipzig hat auf die steigenden Infektionszahlen reagiert und seine Kapazitäten für die Behandlung von Covid-19-Patienten erweitert. "Dafür wird die Zahl der Operationen um mehr als 30 Prozent verringert", heißt es in einer Pressemitteilung. Dringliche Operationen und Behandlungen sowie die Versorgung von Notfällen seien davon nicht betroffen. Aktuell müssen dem Klinikum zufolge 18 Covid-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt werden, 26 Erkrankte werden auf der Normalstation versorgt. 

Verlegung von sächsischen Covid-Patienten immer wahrscheinlicher

Die Krankenhausgesellschaft Sachsen (KGS) rechnet bei einer weiter anhaltenden Dynamik mit einer Verlegung sächsischer Corona-Patienten in andere Bundesländer. Man müsse sich darauf einrichten, dass das sogenannte Kleeblatt-Konzept wieder aktiviert wird, sagte KGS-Geschäftsführer Stephan Helm der Deutschen Presse-Agentur. Das Konzept hatte bereits im Vorjahr eine Rolle gespielt. Es tritt in Kraft, wenn Krankenhäuser keine Intensivpatienten mehr aufnehmen können.

Am Dienstag waren laut Sozialministerium in Sachsens Krankenhäusern 1.189 Normalbetten und 288 Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt. Aktuell gilt im Freistaat die Vorwarnstufe. Die Überlastungsstufe greift bei 1300 Normalbetten oder 420 Betten auf der Intensivstation.

Quelle: MDR

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