Bildung Rund 400 Schülerinnen und Schüler verweigern Corona-Test

Sachsen will die Maskenpflicht in Schulen abschaffen. Der aktuelle Plan des Kultusministeriums: Zum 8. November soll die Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler fallen, wenn die Vorwarnstufe bis dahin nicht erreicht wird. Doch danach sieht es angesichts steigender Fallzahlen aus. Wichtigstes Intrument, um Infektionsketten zu erkennen, bleibt deshalb der Test.

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz in seinem Büro. 13 min
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Noch eine Woche sollen Schüler nach den Herbstferien Maske tragen, dann soll die Maskenpflicht, auch im Unterricht, aufgehoben werden. Wie geht es mit dem Testen weiter? Sachsens Kultusminister Piwarz antwortet.

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Do 14.10.2021 08:20Uhr 12:38 min

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Unter den Schülern und Schülerinnen in Sachsen gibt es aktuell rund 400, die einen Corona-Test verweigerten. Das sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Donnerstagmorgen im Gespräch mit MDR SACHSEN. Auf der anderen Seite stünden 480.000 Kinder und Jugendliche, die die regelmäßigen Schnelltests in der Schule ganz selbstverständlich absolvierten. Der Testnachweis müsse nicht in der Schule gemacht werden, fügte Piwarz hinzu. Es könne auch der Nachweis aus einem Testzentrum erbracht werden.

Dreimalige Testung nach den Herbstferien

Der Freistaat setzt laut Piwarz weiter auf regelmäßige Corona-Tests an Schulen, um schnell auf Infektionen reagieren zu können und flächendeckende Schließungen zu vermeiden. Schüler und Schülerinnen machen zweimal in der Woche vor dem Unterrichtsbeginn einen Test. Nach den Herbstferien soll in der ersten Schulwoche drei Mal getestet werden - eine Vorsichtsmaßnahme aufgrund von mehr Urlaubsrückkehrern.

Das ist die 3G-Regel, die wir anwenden. Die werden wir auch beibehalten müssen, um den sicheren Schulbetrieb zu gewährleisten.

Christian Piwarz Kultusminister in Sachsen

Wer keinen Testnachweis erbringt, darf das Schulgebäude nicht betreten. Allerdings gilt nach aktueller sächsischer Corona-Schutzverordnung die Schulbesuchspflicht, die zeitweise außer Kraft getreten war. Verstöße dagegen können Ordnungswidrigkeitsverfahren nach sich ziehen.

Keine Maskenpflicht bei niedrigen Infektionszahlen

Wenn die Corona-Infektionszahlen nicht in die Höhe schnellen, will Sachsen in der zweiten Novemberwoche die Maskenpflicht für Schüler und Schülerinnen kippen. Derzeit muss bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 35 ab Klassenstufe 5 im Unterricht eine Mund-Nase-Maske getragen werden.

Vorwarn- und Überlastungsstufe Zusätzlich zu den Inzidenzwerten sieht die neue Schutzverordnung eine Vorwarnstufe und eine Überlastungsstufe aufgrund der Bettenbelegung in den sächsischen Kliniken vor. Die Vorwarnstufe gilt nun, wenn die 7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen bei mindestens sieben liegt und 650 Betten auf der Normalstation oder wenn die 7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen bei mindestens sieben liegt und 180 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind.

Die Überlastungsstufe ist erreicht, wenn die 7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen bei mindestens 12 liegt und 1.300 Betten auf der Normalstation oder wenn die 7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen bei mindestens 12 liegt und 420 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind. Wie bei den Inzidenzwerten gilt auch bei der Bettenbelegung und der 7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen die 5+2-Regel.

Oliver Sachse vom Landesschülerrat Sachsen sieht die Aufhebung der Maskenpflicht im Unterricht kritisch. Die verschiedenen Schutzmaßnahmen müssten gegeneinander abgewogen werden, meint er. "Da lasse ich doch lieber die Maske im Unterricht auf, um damit erneutes Homeschooling zu verhindern", so Sachse. Zudem wünsche er sich den Einsatz von Luftfiltern in Klassenräumen.

Piwarz entsetzt über Vorgehen der Impfgegner

Piwarz äußerte sich im Gespräch mit MDR SACHSEN auch zu den mobilen Impfangeboten, die nach den Sommerferien an Schulen vor Ort waren. Er sei froh, dass dieses Angebot stattgefunden habe und man dadurch Menschen erreichen konnte. "Aber mich hat schon teilweise fassungslos gemacht, mit welcher Vehemenz dort auch Impfgegener dagegen vorgegangen sind", so der Kultusminister.

In einigen Fällen seien Impfärzte und Helfer des Deutschen Roten Kreuzes von den Leuten körperlich angegangen worden. Auch sei geimpften Schülern gesagt worden, dass sie nun bald sterben werden. "Da wurden Grenzen ganz deutlich überschritten", sagte Piwarz. Der Minister ist gegen eine Impfpflicht: Auch in bestimmten Berufsgruppen soll eine Corona-Schutzimpfung eine freiwillige Entscheidung bleiben.

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Frühprogramm | 14. Oktober 2021 | 08:10 Uhr

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