Kinderbetreuung Landesjugendamt verbietet Corona-Teststation auf Kita-Gelände

Wer sein Kind in die Kita bringt, kann nur mit negativem Corona-Test, der nicht älter als drei Tage ist, das Gebäude betreten. Um den Eltern den Weg zum Test-Center zu ersparen, hatten zwei Kindertagesstätten in Dresden eine Idee: Sie buchten an zwei Tagen in der Woche eine mobile Teststation, die direkt vor der Einrichtung Corona-Schnelltests anbot. Doch dann beschwerte sich eine Familie über das Testzelt. Es folgten Gespräche mit den Behörden, um hier eine Lösung zu finden. Ohne Erfolg.

Kita Knirpsenhausen in Dresden mit mobiler Corona-Teststation.
Eine Corona-Teststation wie hier auf dem Kita-Gelände in Klotzsche ist nicht zulässig, entschied das Landesjugendamt. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Genau eine Woche standen die mobilen Testzelte vor den Kitas Knirpsenhausen und Spielekiste in Dresden. Eltern konnten dort vor dem Betreten der Einrichtung einen Corona-Schnelltest machen. Doch schon in der zweiten Woche wurden sie nicht mehr aufgebaut. Ein Elternteil hatte sich beschwert, in Sorge um die Sicherheit der Kinder. Mit dem Testzelt auf dem Kita-Gelände könnte Fremden und Kriminellen Tür und Tor geöffnet werden, so die Befürchtung. Ein Flatterband als Abgrenzung reiche da nicht aus.

Landesjugendamt: Testung nur außerhalb des Kita-Geländes

Die Leiterinnen der Kitas machten sich in die Spur, suchten das Gespräch mit Stadt und Landesbehörde, um eine Lösung für die Testmöglichkeit vor Ort zu finden. Jetzt ist es amtlich: Das Landesjugendamt verbietet Corona-Teststationen auf dem Gelände von Kindertagesstätten, da die Möglichkeit bestünde, dass "damit Dritte, die weder Nutzer (Kinder sowie deren Personensorgeberechtigten) noch Mitarbeiter sind, Zugang zum Gelände der Kindertageseinrichtung und zur Infrastruktur (u.a. auch Toiletten) der Kita haben". Uneingeschränkt möglich wäre aber eine Testung außerhalb des Kita-Geländes mit einem Dixiklo daneben, heißt es aus dem Sozialministerium.

Mehr Umstände für die Eltern

"Schade, dass es so abgebügelt wird", bedauert Birgit Klemm, Bereichsleiterin der beiden Kitas des Freien Musikvereins Paukenschlag, die Entscheidung. "Wir haben alles versucht, aber es ist halt so." Einfach das Testzelt außerhalb der Kita aufzustellen, geht nicht. Das erfordert Abklärungen mit dem jeweiligen Grundstückseigentümer.

Eva-Maria Stegemann, Mitglied im Elternrat der Integrativen Kita Knirpsenhausen, bedauert das Aus für Corona-Tests direkt am Kindergarten. Sie fand besonders das Testangebot am Montagmorgen ab 6:45 Uhr unschlagbar. "Da montagmorgens so früh kein Testzentrum aufhat, muss ich nun samstags einen Test machen und damit brauche ich drei Tests die Woche", rechnet sie durch. "Oder ich muss einen Schnelltest aus eigener Tasche bezahlen und damit aber auch eine größere Unsicherheit in Kauf nehmen."

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 03. Mai 2021 | 12:30 Uhr

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