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Forschungsprojekt

TU Dresden gibt Überblick über weltweite Corona-Forschung

Stand: 18. Februar 2021, 11:06 Uhr

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen weltweit forschen derzeit an der Bekämpfung des Coronavirus und untersuchen, wie wir die Corona-Pandemie mit all ihren Begleiterscheinungen am besten bewältigen können. Wie kann man angesichts von zehntausenden Studien da noch den Überblick behalten? Am Institut für Arbeits- und Sozialmedizin der TU Dresden wurde ein Verfahren für das Zusammenfassen von Covid19-Studien erarbeitet, die vor allem, ältere Menschen interessieren dürfte.

Welche Rolle das Alter für einen schweren Verlauf einer Covid-19 Erkrankung spielt, ist eine der Fragestellungen, der sich die Dresdner Forscher annehmen. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Als die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr begann, gab es viele Fragen: Was sind die Risiken für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung, was die Folgen? Forschende haben sofort mit der Suche nach Antworten begonnen und veröffentlichten entsprechende Studien. An verschiedenen Orten der Welt entwickelte sich also Wissen. Das Team von Professor Andreas Seidler am Institut für Arbeits- und Sozialmedizin an der TU Dresden erkannte die Notwendigkeit, dieses Wissen schnell zusammenfassend zu bewerten, gewissermaßen eine Wissenssynthese zur Verfügung zu stellen. Gerade vor dem Hintergrund, dass von Politikern Entscheidungen getroffen werden mussten und müssen, sei Schnelligkeit so wichtig wie nie zuvor, so Andreas Seidler.

Ergebnisse für Forschende zusammenfassen

Mit Hilfe einer Methode, die sich Rapid Reviews nennt, sammeln die Wissenschaftler hunderte Studien, die auf verschiedenen Datenservern zu einer bestimmten Fragestellung veröffentlicht wurden. Die Studien werden bewertet, die Ergebnisse zusammengefasst und diese Zusammenfassung wird dann wiederum der internationalen Forschungsgemeinschaft zur Verfügung gestellt.

Welche Rolle spielt das Alter?

Welche Rolle das Alter für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung spielt, ist beispielsweise so eine Fragestellung, der sich die Dresdner Forscher annehmen. Nach den ersten - zumeist chinesischen - Studien sah es zunächst danach aus, dass allein das Alter kein Risikofaktor für einen schweren Krankheitsverlauf darstellen würde. Ein entsprechendes Rapid Review wurde veröffentlicht. Mittlerweile sind jedoch zahlreiche weitere Studien in Europa und Amerika veröffentlicht worden, auch zur Frage, welche Rolle Vorerkrankungen spielen. An der TU Dresden läuft gerade die Aktualisierung des Rapid Reviews. Doch schon jetzt können die Wissenschaftler sagen: Die Erkenntnislage hat sich verändert. Mittlerweile könne man einen gewichtigen Einfluss des Alters auf den Krankheitsverlauf feststellen, auch wenn man andere Risikofaktoren herausrechne, so Andreas Seidler.

Gerade bei Covid-19 ist die Halbwertzeit von Erkenntnissen sehr kurz. Die Erkenntnislage entwickelt sich immer weiter fort, deshalb muss man immer weiter machen und aktualisieren und kommt dann mitunter auch zu anderen Ergebnissen.

Andreas Seidler | Professor am Institut für Arbeits- und Sozialmedizin, TU Dresden

Covid-19 als Berufskrankheit

In Bewegung ist auch ein weiteres Forschungsgebiet, das Andreas Seidler mit seinem Team bearbeitet. In diesem geht es um die Frage, bei welchen Berufen Covid-19 als Berufskrankheit anerkannt werden kann. Mittlerweile gebe es ungefähr 10.000 Beschäftigte aus dem medizinischen Bereich, bei denen Covid-19 als Berufskrankheit attestiert wurde.

Für die Wissenschaftler ist nun die Frage, ob auch Beschäftigte aus anderen Berufen ein erhöhtes, berufsbedingtes Risiko haben, an Covid-19 zu erkranken. Dazu werden derzeit Daten einer großen gesetzlichen deutschen Krankenkasse sowie ausländische Erhebungen ausgewertet. Bisherige Ergebnisse deuten darauf hin, dass auch bei Taxifahrern Covid-19 eine Berufskrankheit sein könnte.

Wir sehen anhand der Krankenkassendaten, dass es eine gewisse Häufung von stationär behandelten Patienten bei Taxifahrern gibt. Und die nationale Statistik von England und Wales zeigt auch eine Häufung von Covid-19 bedingten Todesfällen bei Taxifahrern im Vergleich zu anderen Berufsgruppen.

Andreas Seidler | Professor am Institut für Arbeits- und Sozialmedizin, TU Dresden

Insgesamt gebe es diesbezüglich aber noch nicht genug Forschung. Sein Team bleibe an dem Thema dran, um auch hier zu neuen und wichtigen Erkenntnissen zu kommen, sagt Andreas Seidler.

Quelle: MDR/dka

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSENMDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.02.2021 | 08:20 Uhr

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