Rettungsaktion für Sächsische Dampfschiffahrt Crowdfunding für Dresdner Raddampfer gescheitert

Die "Dresden" der Sächsischen Dampfschiffahrt liegt festgemacht am Elbufer.
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Das Crowdfunding-Projekt zur Unterstützung der zahlungsunfähigen Sächsischen Dampfschiffahrt ist gescheitert. Bis zum Ende der Sammelaktion in der Nacht zum Freitag kamen nur 23.851 Euro zusammen, wie Mitinitiator Michael Hillman von der Fachgruppe Elbeschifffahrt des Vereins Sächsischer Heimatschutz mitteilte. Das Fundingziel lag bei 100.000 Euro. Mit dem Geld sollte sich der Förderverein "Weiße Flotte Dresden" am Kauf und am Erhalt der nach Unternehmensangaben ältesten und größten Raddampferflotte der Welt beteiligen und sie künftig betreiben.

Summe verfehlt, Bemühungen gehen weiter

Hillmann sagte MDR SACHSEN, eine erfolgreiche Spendenaktion hätte eine größere öffentliche Wahrnehmung für das Anliegen bedeutet und den Druck auf die öffentliche Hand und private Investoren erhöht. Doch auch ohne das finanzielle Ziel erreicht zu haben, sei mit den Beteiligten eine starke Stimme für den Fortbestand der Flotte in Dresden entstanden. Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Petition an die sächsische Landeshauptstadt, die Schifffahrt mit den historischen Dampfern auf der Elbe als Kulturgut zu erhalten und dafür staatliche Hilfe einzuwerben. 1.473 Menschen hätten dieses Anliegen mit ihrer Stimme unterstützt.

Die 145 Unterstützer der Crowdfunding-Kampagne verlieren ihr Geld nicht. Der von ihnen bereitgestellte Betrag wird entweder gar nicht erst eingezogen oder zurückgezahlt. Die verschiedenen Schifffahrtsvereinigungen in Dresden werden ihre Bemühungen trotz dieses Rückschlags nicht einstellen, wie Hillmann betonte. Für die kommenden Wochen sein ein Treffen vereinbart worden, um zu beraten welche anderen Möglichkeiten es gibt, die Sächsische Dampfschiffahrt zu unterstützen.

Drei Investoren im Rennen

Blick über die Elbe bei Dresden. Die Sonne geht unter.
Wegen des Niedrigwassers der Elbe ist bei der Sächsischen Dampfschiffahrt auch finanziell Ebbe. Bildrechte: MDR/Katrin Tominski

Das Unternehmen mit neun historischen Schaufelraddampfern und zwei modernen Salonschiffen hatte bereits 2019 mit großen Umsatzeinbußen durch das Niedrigwasser der Elbe zu kämpfen. In diesem Jahr kam zum anhaltend niedrigen Elbpegel auch noch die Corona-Krise. Der Saisonstart musste verschoben, die Zahl der Passagiere limitiert werden. Nachdem auch noch die Sächsische Aufbaubank die Auszahlung eines Darlehens stoppte, musste die Sächsische Dampfschiffahrt Anfang Juni Insolvenz anmelden.

Das Amtsgericht Dresden ließ ein Verfahren in Eigenverwaltung zu. Der Betrieb läuft weiter, parallel dazu werden Investoren gesucht. Nach Unternehmensangaben gab es in dem Bieterverfahren drei qualifizierte Angebote. Sie wurden am 10. August dem vorläufigen Gläubigerausschuss und dem Sachwalter vorgestellt. Wann die Entscheidung für einen Investor getroffen werden soll, teilte die Geschäftsführung bisher nicht mit.

Quelle: MDR/stt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21.01.2020 | 09:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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