Fördergelder Dulig wirbt in Brüssel für Neubaustrecke Dresden - Prag

Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig hat sich bei der EU für die Neubaustrecke Dresden - Prag stark gemacht. Der SPD-Politiker will bis 2028 konkrete Fördergelder sichern. Noch steckt das Projekt in der Vorplanung. Es finden Probebohrungen für den sogenannten Erzgebirgstunnel statt.

Eine blaue E-Lok steht mit einem Eurocity an einem Bahnsteig.
Noch müssen sich die Eurocity-Züge und die internationalen Güterzüge durchs Elbtal schlängeln. Ein Tunnel quer durch das Erzgebirge soll das ändern. Bildrechte: Tschechische Staatsbahn ČD

Sachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) hat sich in Brüssel mit Vertretern der Europäischen Union über den Neubau der Bahnstrecke Dresden-Prag ausgetauscht. Ein solch großes Projekt werde man nicht alleine in Deutschland und Tschechien stemmen können, sondern es sei ein europäisches Projekt, sagte Dulig. Er hatte sich zuvor mit dem EU-Koordinator beim Generaldirektorat Mobilität und Verkehr, Mathieu Grosch, getroffen. Die Landesregierung arbeite seit Jahren eng mit Grosch zusammen, um die Eisenbahnstrecke überhaupt durchsetzen zu können, betonte der SPD-Politiker.

Die EU ist ein sehr entscheidender Partner. Der erste Erfolg war, dass sowohl die Deutsche Bahn als auch die Bundesregierung die Strecke im Bundes-Verkehrswegeplan aufgenommen haben.

Martin Dulig Sächsischer Verkehrsminister

Zeitdruck bei Beantragung von Fördergeldern

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand laut Angaben des Ministeriums die Neuausrichtung des transeuropäischen Verkehrsnetzes, in deren Rahmen die Bahnstrecke Berlin-Dresden-Prag-Wien vollständig in das sogenannte erweiterte Kernnetz eingeordnet werden könnte. Laut Verkehrsministerium würde sich daraus eine deutliche Verbesserung der Förderbedingungen ergeben. "Es geht bei der Förderung der EU noch nicht um eine konkrete Summe, auch wenn wir über ein Milliardenprojekt reden", so Dulig. Es gehe eher darum, dass die bestehenden Programme genutzt werden können. Diese sicherten den Ländern bis 2028 Mittel zu. Um diesen Zeitpunkt einhalten zu können, müsse die Planung der Strecke vorangetrieben werden, sagte Dulig. Ein erster Erfolg sei die Aufnahme der Strecke im Bundes-Verkehrswegeplan durch die Deutsche Bahn und die Bundesregierung.

Karte Schnellbahnstrecke Dresden-Prag mit Erzgebirgstunnel
Bildrechte: Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

Tunnel soll Fahrzeit nach Prag mehr als halbieren

Bislang dauert eine umsteigefreie Zugfahrt zwischen Dresden und Prag rund zweieinhalb Stunden. Mit der Neubaustrecke soll die Fahrtzeit laut Angaben der Deutschen Bahn auf gut eine Stunde sinken. Dafür nahm die Bahn im Dezember des vergangenen Jahres Probebohrungen für einen sogenannten Erzgebirgstunnel vor. Zurzeit befindet sich das Projekt noch in der Planungsphase. Durch den Tunnel sollen sowohl Reise- als auch Güterzüge fahren können. Derzeit rollt der gesamte Eisenbahnverkehr zwischen Dresden und Prag durch das überlastete Elbtal.

Faszination Eisenbahn

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MDR (lam)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus Dresden | 10. Mai 2022 | 05:30 Uhr

7 Kommentare

Ralf Richter vor 1 Wochen

Wenn die DB genau so erfolgreich agiert, wie bei Stuttgart21 oder dem dt. Streckenanteil in Baden-Württemb. für die NEAT durch den Gotthard-Tunnel, werden Sie sich und ihren Wunsch wohl "begraben" können.

lfrankj32de vor 1 Wochen

Die Strecke ist zweigleisig. Und die Elektrifizierung von Plauen bis Vojtanov wird von Dresden seit Jahren verzögert. Und selbst diese Kosten sind nur ein Bruchteil dessen was bei Dresden vertan werden soll. Ansonsten ist die Strecke Plauen -Vojtanov nicht sanierungsbedürftig, Gleiskörper intakt. Schienen auch.
Es geht hier nicht um die Strecke durchs Elstertal zwischen Weischlitz und Gera. Die ist allerdings eingleisig...
Ich nehme an das Sie das alles bewusst hier falsch darstellen....

Monazit vor 1 Wochen

Zur Zeit wird zum Beispiel für viel Geld endlich die Strecke Dresden-Berlin ausgebaut. Glauben sie, dass würde passieren, wenn nicht das Potenzial da wäre, in Zukunft bessere und schnellere Verbindungen nach Prag anzubieten? Oder die Verlängerung ist doch Dresden-Berlin viel zu unbedeutend. Da müsste der Bund viel mehr auf die Fernverkehrsschneisen im Zentrum der Republik setzen, die von vielen ICE-Linien befahren werden.

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