Fahndungserfolg Dynamo-Aufstiegskrawalle: Erste Tatverdächtige stellen sich Dresdner Polizei

Fussball kann eine ziemlich emotionale Angelegenheit sein. Manche der so genannten Fans nehmen auch gewalttätige Auseinandersetzungen billigend in Kauf. Im Umfeld des Aufstiegsspiels von Dynamo Dresden am 16. Mai kam es zu solchen Krawallen. Zahlreiche Menschen wurden dabei verletzt. Jetzt müssen sich die Täter verantworten.

Ein Fan von Dynamo Dresden wirft einen Gegenstand in Richtung der Polizei.
Am Rande des Aufstiegsspiels von Dynamo Dresden am 16. Mai verwandelte sich das Umfeld des Rudolf-Harbig-Stadions geradezu in eine Kampfzone. Bildrechte: dpa

Die Öffentlichkeitsfahndung der Dresdner Polizei nach den Ausschreitungen vom 16. Mai am Rudolf-Harbig-Stadion erzielt erste Erfolge. Wie die Ermittler bekannt gaben, haben sich binnen kurzer Zeit sechs Tatverdächtige im Alter zwischen 16 und 34 Jahren gestellt. Zunächst hatten sich vier Tatverdächtige gemeldet, der erste davon bereits eine halbe Stunde nach Veröffentlichung der Fotos. Am Freitag kamen dann noch zwei weitere Tatverdächtige im Alter von 17 und 23 Jahren hinzu. Alle Beschuldigten wurden nach Polizeiangaben zweifelsfrei identifiziert. Im Anschluss konnten sie wieder nach Hause gehen.

24 telefonische Hinweise zu 13 Personen

Neben den sechs identifizierten Personen gibt es zudem weitere Anhaltspunkte. Insgesamt seien telefonisch 24 Hinweise zu 13 weiteren Personen eingegangen, die nunmehr geprüft werden müssten, so die Polizei. Im Zusammenhang mit den Ausschreitungen am 16. Mai fahnden Staatsanwaltschaft und Polizei seit Donnerstag öffentlich nach insgesamt 20 Tatverdächtigen.

Dynamo Dresden reagiert auf Kritik der Polizei

Zum Start der Fahndung hatte sich Dynamo Dresden Kritik von der Polizei eingehandelt. Polizeisprecher Thomas Geithner monierte unter anderem, dass der Verein nicht engagiert mit der Polizei zusammenarbeite. So sei geplant gewesen, ein Fahndungsplakat am Fan-Shop am Stadion anzubringen. Allerdings habe es keine Reaktion gegeben.

Dynamo Dresdens kaufmännischer Geschäftsführer Jürgen Wehlend konnte das nicht nachvollziehen. Zur Plakatfrage sagte er: "Dynamo ist nicht Eigentümer des Stadions. Aber Anfragen diesbezüglich hat es weder bei der Stadion-Betreibergesellschaft noch beim Lizenznehmer des Fan-Shops gegeben. Hätten die uns darüber informiert, hätten wir uns nicht entzogen, sondern das Vorhaben unterstützt."

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 25. Juni 2021 | 15:30 Uhr

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