Großeinsatz Nach Dynamo-Randale in Dresden: Polizei nimmt bei Razzia fünf Personen fest

Die Polizei hat am Donnerstag fünf Verdächtige im Zusammenhang mit den Randalen am Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden festgenommen. Randalierer hatten dort Mitte Mai am Rande eines Dynamo-Spiels Polizisten und Medienvertreter attackiert. 800 Beamte durchsuchten deshalb Wohnungen in Sachsen und Brandenburg. Die Ermittler stellten umfangreiche Beweismittel sicher.

Bei Durchsuchungen im Zusammenhang mit den Ausschreitungen am 16. Mai am Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden sind am Donnerstag fünf dringend Tatverdächtige festgenommen worden. Ein sechster Beschuldigter habe angekündigt, sich im Laufe des Tages stellen zu wollen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, Jürgen Schmidt. Die Haftvorführung dauerte am Nachmittag noch an. Den bereits vorbestraften Männern werden Landfriedensbruch in besonders schwerem Fall, gefährliche Körperverletzung und tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte vorgeworfen. Sie sollen bei den Ausschreitungen eine aktive Rolle gespielt haben.

Insbesondere wird ihnen vorgeworfen, an den Angriffen auf Polizisten beteiligt gewesen zu sein und Glasflaschen und andere Gegenstände geworfen zu haben. Seit dem frühen Morgen wurden laut Schmidt 56 Wohnungen - darunter auch eine in Lauchhammer in Brandenburg - durchsucht. Es Es seien viele Beweise wie Kleidung, Pyrotechnik, Waffenattrappen sowie 46 Handys und Tablets sichergestellt worden.

Vier Festnahmen einschlägig bekannter Verdächtiger

Die ersten Verhaftungen gab es gleich in den Morgenstunden. "Zu Beginn des heutigen Einsatzes wurden vier dringend tatverdächtige Deutsche im Alter von 20, 22, 23 und 31 Jahren festgenommen", so die Ermittler. Den Beschuldigten werde vorgeworfen, "bei den Ausschreitungen eine aktive Rolle eingenommen und Glasflaschen oder andere Gegenstände gegen Polizeibeamte geworfen zu haben". Die vier Beschuldigten seien bereits einschlägig in Erscheinung getreten. "Gegen alle vier Beschuldigte besteht der Haftgrund der Wiederholungsgefahr", sagte die Staatsanwaltschaft.

Es werde derzeit gegen 70 Beschuldigte ermittelt, so Polizeisprecher Thomas Geithner. Bei den Ermittlungsverfahren spiele die Öffentlichkeitsfahndung höchstens eine untergeordnete Rolle. Es handele sich um die Verfahren, bei denen die polizeilichen Ermittlungen soweit gediehen seien, dass man sie der Staatsanwaltschaft übergeben könne.

800 Beamte im Einsatz

Bei dem Einsatz am Donnerstag waren den Angaben zufolge 800 Polizeibeamte im Einsatz. Die Ermittler der "Soko Hauptallee" wurden dabei von Einsatzkräften der sächsischen Bereitschaftspolizei sowie der Bundespolizei unterstützt. Bei den Randalen im Mai waren 185 Beamte verletzt worden, auch Medienvertreter - darunter Jugendliche - kamen zu Schaden. 30 Polizisten waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft zeitweise dienstunfähig und vier im Krankenhaus. "Ein derartiger Gewaltexzess bedarf einer konsequenten Antwort des Rechtsstaates, diese ist heute erfolgt", sagte Jürgen Schmidt. Gestern war ein Randalierer zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil er Polizeibeamte attackiert und einen Polizisten verletzt hatte.

Quelle: MDR/lam/sth/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 22. Juli 2021 | 08:00 Uhr

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