Ermittlungen Militärhistorisches Museum der Bundeswehr offenbar Opfer eines Betrügers

Das Militärhistorische Museum in Dresden hat offenbar unwissentlich gefälschte Dokumente erworben. Dabei handelt es sich um angebliche Schriftstücke des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln.

Blick auf das Militärhistorische Museum in Dresden
Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden. Bildrechte: dpa

Die Staatsanwaltschaft und die Polizeidirektion Dresden ermitteln wegen des Verdachts des Betruges. Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr habe Anzeige im Zusammenhang mit einem Ankauf von historischen Schriftstücken erstattet, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Dokumente des Hitler-Attentats

Demnach soll es sich bei den in den Jahren 2015 und 2016 erworbenen Dokumenten teilweise um Fälschungen handeln. Bei den Objekten handle es sich um Schriftstücke von oder an Personen, die am Attentat auf Adolf Hitler und dem Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 beteiligt gewesen sein sollen.

Reichsmarschall Hermann Göring und der Chef der "Kanzlei des Führers", Martin Bormann, begutachten die Zerstörung im Raum der Karten-Baracke im Führerhauptquartier Rastenburg.
Nach dem gescheiterten Hitler-Attentat begutachten führende Nationalsozialisten, darunter Hermann Göring und Martin Bormann, die Schäden. Bildrechte: dpa

Mindestens zwei Schriftstücke gefälscht

Durch Untersuchungen des Militärhistorischen Museums in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Sachsen konnten bisher zwei Schriftstücke "mit hoher Wahrscheinlichkeit" als Fälschungen identifiziert" werden. Wie die Staatsanwaltschaft Dresden mittelte, stammen sie nicht wie vorgegeben von Claus Graf Schenk von Stauffenberg. Die Behörden ermitteln nun, ob weitere angekaufte Schriftstücke gefälscht sein könnten.

Ausstellungsstücke zum 75. Jahrestag

Von Juli bis Dezember 2019 zeigte das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden eine Ausstellung anlässlich des 75. Jahrestages des Attentats auf Adolf Hitler und des geplanten Umsturzversuches vom 20. Juli 1944. Nach der Veröffentlichung des Katalogs kamen Verdachtsmomente auf, einige der dort gezeigten Dokumente seien gefälscht. Daraufhin wurden Ermittlungen eingeleitet, die den Verdacht teilweise bestätigten.

Der Wehrmachtsoffizier Stauffenberg und seine Mitstreiter hatten am 20. Juli 1944 versucht, Adolf Hitler mit einem Bombenattentat zu töten und das NS-Regime zu stürzen. Die Widerstandskämpfer scheiterten und wurden hingerichtet. Die Erinnerung an sie gilt heute als zentraler Bezugspunkt in der Werteorientierung der Bundeswehr, jährlich wird in Gedenkfeiern an ihre Tat erinnert.

Claus Graf Schenk von Stauffenberg
Der Hitler-Attentäter Claus Graf Schenk von Stauffenberg. Bildrechte: dpa

Quelle: MDR/lt/AFP

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sachsenspiegel | 10. Juni 2021 | 19:00 Uhr

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