Auschreitungen Polizei ermittelt 90 Tatverdächtige nach Fußball-Randale in Dresden

Nach den Ausschreitungen rund um das Aufstiegsspiel von Dynamo Dresden im Mai hat die Polizei eine Sonderkommission eingerichtet. Diese verkündete am Donnerstag erste Ermittlungsergebnisse. Bislang sind Dutzende Tatverdächtige ermittelt worden. Die Auswertung der Videoaufnahmen des Tages dauern aber noch an.

Ein Fan von Dynamo Dresden wirft einen Gegenstand in Richtung der Polizei.
Rund um das Aufstiegsspiel im Mai war es in Dresden zu schweren Ausschreitungen zwischen Hooligans und der Polizei gekommen. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Im Zusammenhang mit den Ausschreitungen nach dem Drittliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und Türkgücü München im Mai hat die Polizei 90 Tatverdächtige ermittelt. Ihnen werdem unter anderem 42 Körperverletzungen und 17 Beleidigungen sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Sachbeschädigung und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vorgeworfen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Die Tatverdächtigen seien 16 bis 69 Jahre alt. Unter ihnen seien auch zwei Frauen.

Kein "Gewalttourismus"

Der Leiter der Sonderkommission, Enrico Lange, sagte: "49 der Tatverdächtigen wohnen in Dresden, 35 im Umland und weitere sechs kommen aus anderen Bundesländern. Von einem Gewalttourismus nach Dresden kann also keine Rede sein." Die Sonderkommission werte zurzeit vor allem Hinweise aus dem Bürgerportal aus. Dabei handele es sich insbesondere um Foto- und Videoaufnahmen. Außerdem würden die Aufnahmen der Polizeikameras und der Kameras im Stadionumfeld ausgewertet. Zudem habe man bisher dutzende Zeugen befragt.

Stadionverbote angeregt

Dynamo Dresden war durch ein 4:0 gegen die Münchner der Wiederaufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga gelungen. Kurz vor Ende der Partie eskalierte die Situation um das Dresdner Stadion. Aus einer Menge von mehreren tausend Fans heraus hatten vermummte Hooligans vor dem Stadion begonnen, die Polizei mit Pyrotechnik, Steinen und Flaschen zu bewerfen. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Tränengas und einen Räumpanzer ein und nahm vereinzelt Randalierer fest. Im Zusammenhang mit den vorliegenden Ermittlungsergebnissen hat die Polizei 58 bundesweite Stadionverbote bei der SG Dynamo Dresden angeregt.

Quelle: MDR/bj/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 10. Juni 2021 | 16:00 Uhr

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