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Sachsens Winzer haben vom Jahr 2020 weniger geerntet als in den Jahren zuvor. Spätfrost, Hagel und Trockenheit haben den Ertrag geschmälert. Bildrechte: IMAGO / Sylvio Dittrich

Statistik

Wetterkapriolen schmälern Ernte der Sachsenwinzer

Stand: 05. Februar 2021, 09:00 Uhr

Die sächsischen Winzer haben im Jahr 2020 weniger Keltertrauben geerntet als in den Jahren zuvor. Spätfrost, Trockenheit und Hagelschlag drückten den Ertrag der Mostmenge auf rund 2,1 Millionen Liter, wie aus der Statistik des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hervorgeht. Das sind 440.000 Liter weniger als 2019.

Die größte Menge wurde vom Müller-Thurgau gelesen, gefolgt von Weißburgunder und Riesling. Bei Rotwein-Trauben dominierte voriges Jahr Spätburgunder vor Dornfelder und Regent.

66 Rebsorten auf rund 500 Hektar Ertragsfläche

Insgesamt kultivieren die Winzer in Sachsen den Angaben zufolge 66 Rebsorten, auf 82 Prozent der Rebflächen stehen weiße Sorten. Laut Landesamt dominieren auch bei Neuanpflanzungen weiße Sorten. Der Anbau roter Rebsorten sei weiterhin leicht rückläufig, hieß es.

Geerntet wurde voriges Jahr auf insgesamt 499 Hektar. Knapp 30 Hektar davon liegen außerhalb Sachsens im brandenburgischen Schlieben und bei Jessen in Sachsen-Anhalt. Die dortigen Rebflächen gehören weinrechtlich jedoch zum Anbaugebiet Sachsen.

96 Prozent aller Weinbauern sind Kleinwinzer

Winterruhe in einem Weinberg am Staatsweingut Schloss Wackerbarth am Radebeuler Jacokstein Bildrechte: MDR/Wolfram Klieme

Von den registrierten 1.718 sächsischen Weinbauern sind laut Landesamt 96 Prozent Kleinwinzer, die jeweils weniger als 2.000 Quadratmeter in ihrer Freizeit bewirtschaften und überwiegend bei der Genossenschaft in Meißen ihre Keltertrauben abgeben. Ihre Zahl sinkt seit Jahren, so waren 2007 noch 3.686 Weinbauern in Sachsen aktiv. Viele ältere Frauen und Männer geben das Hobby des Weinbaus jedoch aus Altersgründen auf. Ihr kleinen und oft schwer zugängliche Rebgärten in Steillage sind für moderne Winzereien aber nicht wirtschaftlich und werden deshalb auch kaum übernommen.

38 Weinbaubetriebe im Anbaugebiet Sachsen arbeiten im Haupterwerb, 42 im Nebenerwerb. Hier ist er Trend anders als bei den Kleinwinzer. Seit 2007 hat sich ihre Anzahl laut Landesamt mehr als verdoppelt, damals gab es 21 Betriebe im Haupterwerb und 13 im Nebenerwerb.

Keller und Lager gut gefüllt

Knapp dürfte der Sachsenwein allerdings so schnell nicht werden. Die Lager und Keller von Sachsens Weinerzeugern sind weiterhin gut gefüllt. Wie das Statistische Landesamt in Kamenz auf Anfrage mitteilte, lag der Weinbestand nach letzten Erhebungen bei 2,9 Millionen Liter (2019: 3,2 Millionen Liter). Die Daten werden alljährlich im Sommer erhoben, aber erst später veröffentlicht. Zum Abfragezeitpunkt verfügten die Weinerzeuger über knapp 2,4 Millionen Liter Weißwein in Tanks, Fässer oder bereits abgefüllt in Flaschen. Der Rest entfiel auf Rotwein, Rosé und Rotling.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSENMDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.02.2021 | 10:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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