Neubaustrecke durch Gebirge Bohrungen bringen noch keine Klarheit zu Verlauf des Erzgebirgstunnels

Die Deutsche Bahn treibt die Planungen für den sogenannten Erzgebirgstunnel weiter voran. Erste Bohrungen geben Aufschluss über das zu erwartende Gestein. Auch die Zuleitung der Züge ab Dresden bis Heidenau wird bereits geplant. Der konkrete Tunnelverlauf steht aber noch nicht fest.

Eine blaue E-Lok steht mit einem Eurocity an einem Bahnsteig.
Züge auf der Relation Prag - Dresden sollen künftig durch einen Tunnel fahren und im schnellsten Fall nur noch rund eine Stunde Fahrzeit benötigen. Bildrechte: Tschechische Staatsbahn ČD

Bis Personenzüge mit hoher Geschwindigkeit und Güterzüge deutlich schneller als jetzt zwischen Dresden und Prag rollen, werden noch Jahre ins Land ziehen. Doch die Planungen für den sogenannten Erzgebirgstunnel treibt die Deutsche Bahn voran. Um den Tunnelverlauf planen zu können, muss die DB nach eigenen Angaben zunächst den Boden im Erzgebirge untersuchen. Hierzu bohrten die Projektplaner bis zu 500 Meter tief ins Erdreich, hieß es. "Neun ausgewählte Punkte hat die DB mit insgesamt rund 130 Bohrungen untersucht und die ersten Bohrungen nun abgeschlossen", teilte der Verkehrskonzern am Donnerstag mit. Im Gottleubatal seien dabei mehrere Bruchstellen und Unebenheiten in der Gebirgsstruktur ans Licht gekommen, was bei der Planung des Trassenverlaufs berücksichtigt werden müsse.

Ein Trassenverlauf lässt sich aus den derzeitigen Erkenntnissen noch nicht ableiten.

Deutsche Bahn

Karte Schnellbahnstrecke Dresden-Prag mit Erzgebirgstunnel
Übersichtskarte der Tunnelvariante im Vergleich zum Elbtal. Bildrechte: Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

Gleisumbau und Tunnelvarianten bei Heidenau

In der derzeitigen frühen Planungsphase geht es auch um den künftigen Verlauf der zusätzlichen sowie angepassten Gleise in Heidenau. Mehrere mögliche Varianten seien ausgearbeitet, hieß es. Sollte ein sogenannter Teiltunnel gebaut werden, wäre ein Überholbahnhof im Ortsteil Goes der Gemeinde Dohma nötig. Es werde der "Mehrwert für Mensch und Umwelt" geprüft - eine Entscheidung sei voraussichtlich 2024 realistisch, so die Bahn.

Tunnelvarianten Untersucht werden zwei Varianten: Ein sogenannter Volltunnel von Heidenau bis Tschechien von 30 Kilometern Länge und ein 26 Kilometer langer Teiltunnel, der erst ab Pirna durch das Osterzgebirge führt.

Ausbau zwischen Dresden und Großsedlitz

Um den Zugverkehr künftg effektiv zu einem Tunnel leiten zu können, ist auch der Ausbau der Bestandsstrecke zwischen dem Dresdner Hauptbahnhof und Heidenau-Großsedlitz nötig. Die Bahn kündigte an, dass für Anwohner damit auch "umfassender Schallschutz" verbunden sei.

Verkehr in Heidenau
Bei Heidenau soll die Strecke zum künftigen Tunnel aus dem Elbtal abzweigen. Bildrechte: IMAGO / Daniel Schäfer

Die derzeit viergleisige Trasse Dresden - Pirna mit zwei S-Bahn-Gleisen und zwei Gleisen für den Fernreise- und Güterverkehr verläuft durch teilweise dicht besiedelte Dresdner Stadtteile und auch an Industrieanlagen vorbei. Um kurzfristig den Lärm zu reduzieren, wurden den Angaben zufolge in Heidenau bereits im Oktober sogenannte Schienenstegdämpfer eingebaut. Diese sollen im April 2022 auch in Dresden folgen.

Von der Nordsee auf den Balkan

Die Eisenbahnverbindung zwischen Dresden und Prag ist wichtiger Korridor der transeuropäischen Verkehrsnetze. Die Gleise verbinden die deutschen Nord- und Ostseehäfen mit den wirtschaftlichen Zentren in Südosteuropa und Adriahäfen. Der umsteigefreie internationale Reiseverkehr beschränkt sich aktuell auf den Abschnitt Hamburg - Prag - Budapest/Wien/Graz. Die Zeit der Urlaubszüge ans Schwarze Meer ist seit Fall des eisernen Vorhangs Geschichte. Konjunkturabhängiger, teils dichter Güterverkehr, zweistündlicher Fernreiseverkehr und S-Bahnen im Halbstunden-Takt teilen sich aktuell zwei Gleise zwischen Heidenau und Schöna/Decin.

Güterzug
Kuvig, eng, laut: Mitunter quälen sich die Züge im Minutentakt durch das Elbtal. Bildrechte: MDR/Lars Müller

Die Trasse im Elbtal ist stark ausgelastet. Wegen der schwierigen geografischen Lage zwischen Elbe und steilen Berghängen der Sächsischen Schweiz ist die Magistrale bei Unwetter und Hochwassern störanfällig.

Quelle: MDR (lam)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus Dresden | 02. Dezember 2021 | 18:30 Uhr

Mehr aus Dresden und Radebeul

Bild Kunstwerk Schwalbe im Verkehrsmuseum 1 min
Bild Kunstwerk Schwalbe im Verkehrsmuseum Bildrechte: mdr
1 min 13.01.2022 | 16:16 Uhr

Im Dresdner Verkehrsmuseum wirbt jetzt das Kunsterwerk Schwalbe für die neue Ausstellung. In der geht es um die Simson-Mopeds und das Lebensgefühl ganzer Generationen von DDR-Bürgern.

Do 13.01.2022 15:23Uhr 00:39 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/dresden/dresden-radebeul/video-588676.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Schild mit der Aufschrift "Kosmetik ist Grundversorgung" 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
1 min 12.01.2022 | 18:19 Uhr

Körpernahe Dienstleistungen wie Kosmetik und Massagen sind ab Freitag unter 2G-Bedingungen wieder möglich, Friseurbesuche dann mit 3G. In Dresden wurden mit einer Mahnwache weitere Lockerungen für die Branche gefordert.

Mi 12.01.2022 17:55Uhr 01:09 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/dresden/dresden-radebeul/mahnwache-friseure-kosmetiker-lockerungen-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Mehr aus Sachsen