Protest Polizei räumt besetztes Haus in Dresdner Neustadt

Nachdem am Mittwoch eine Hausbesetzung in der Jägerstraße zu Ende gegangen ist, hat es am Donnerstag erneut eine Besetzung in Dresden gegeben. Die Polizei beendete sie am Abend. Diesmal war ein Haus in der Lößnitzstraße betroffen. Bei beiden Aktionen wollte eine Gruppe gegen Leerstand von Häusern protestieren. Offenbar standen sie im Zusammenhang mit den sogenannten "Feministischen Besetzungstagen". Auf Twitter verlangt die Gruppe mehr Schutzräume für Frauen und queere Menschen.

Mehrere vermummte Menschen tragen einen Person auf einem Dach davon.
Polizisten heben eine Besetzerin hoch, um sie vom Dach des Hauses zu holen. Bildrechte: xcitepress/lpk

Um kurz nach 21 Uhr hat die Dresdner Polizei am Donnerstag ein besetztes Haus in der Dresdner Lößnitzstraße geräumt. Wie die Polizei mitteilte, befanden sich darin drei Frauen im Alter von 15, 17 und 21 Jahren. Sie müssen sich jetzt wegen Hausfriedensbruchs verantworten. Weitere Personen waren den Angaben zufolge nicht im Haus. Die feministische Gruppe hatte das nach ihren Angaben leerstehende Haus in der Dresdner Neustadt am Donnerstagnachmittag besetzt. Zunächst hatte die Polizei nach eigenen Angaben gemeinsam mit einem Vertreter des Eigentümers mit den Besetzerinnen geredet und versucht, sie dazu zu bewegen, das Haus wieder zu verlassen. Als das nichts brachte, betraten die Beamten das Haus.

50 Personen vor dem Gebäude

Die am Abend aus dem Haus geholten drei Frauen hatten sich zuvor bereits auf dem Dach des Gebäudes gezeigt. Es war laut Polizei zunächst unklar, ob sich noch mehr Personen in dem Gebäude befinden. Vor dem Haus hatten sich weitere 50 Menschen versammelt, die nach Polizeiangaben offenkundig mit dem Trio sympathisierten. Zudem hätten sie die Polizei behindert, als die drei Frauen zur Identitätsfeststellung in eine Dienststelle gebracht werden sollten. Es sei erforderlich gewesen, dass Einsatzkräfte sie abdrängen, hieß es. Insgesamt waren rund 100 Beamte der sächsischen Bereitschaftspolizei, des Landeskriminalamtes Sachsen und der Polizeidirektion Dresden im Einsatz.

Vermummten Personen stehen auf einem Dach und schwenken bunte Feuerwerke
Die feministische Gruppe hatte sich während der Besetzung auf dem Dach des Gebäudes gezeigt. Bildrechte: xcitepresse/lpk

Forderung nach Schutzräumen für Gewaltopfer

Die feministische Gruppe, die sich "Radikarl*a" nennt, hatte erklärt, sie wolle mit ihrer Aktion Frei- und Rückzugsräume für Menschen schaffen, die von patriarchaler Gewalt betroffen seien. Die Stadt lasse Häuser leer stehen. Erst am Montag hatten Anhänger der feministischen und nicht-heterosexuellen Szene ein Haus auf der Jägerstraße für eineinhalb Tage besetzt gehalten.

Transparente mit bunten Buchstaben sind an einem Backsteingebäude befestigt
An der Fassade des Hauses brachten die Besetzer Transparente an. Bildrechte: xcitepresse/lpk

Quelle: MDR/sth/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 29. Juli 2021 | 18:30 Uhr

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