Friedensandacht Friedensappell und Musik für die Ukraine in Frauenkirche Dresden

An symbolträchtigem Ort für Kriegszerstörung, Wiederaufbau und Versöhnung, in der Frauenkirche Dresden, ist am Mittwochabend eine Friedensandacht gehalten worden. Sie wurde musikalisch gestaltet vom ukrainischen Pianisten Alexey Botvinov und dem Geiger Daniel Hope. Zuhörer Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier appellierte mit eindringlichen Worten an den Russlands Präsidenten Putin, den Krieg zu beenden.

Dirk Hilbert, Michael Kretschmer, Frank-Walter Steinmeier, Elke Büdenbender, Tobias Bilz, Daniel Hope und der ukrainische Pianist Alexey Botvino in der Frauenkirche
Die musikalische Friedensandacht mit dem Violinisten Daniel Hope (2. v. re.) und dem ukrainischen Pianisten Alexey Botvino (re.) besuchten in der Frauenkirche Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP, ganz li.), Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, seine Frau Elke Büdenbender und Landesbischof Tobias Bilz. Bildrechte: dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat am Mittwochabend an der musikalischen Friedensandacht "Hope for Peace" in der Frauenkirche teilgenommen. Am Rande der Andacht verlangte er mit eindringlichen Worten ein Ende des Ukraine-Krieges. "Es gibt keine Rechtfertigung für diesen Krieg", sagte er. Niemand - auch ein russischer Präsident nicht - "kann vor der Geschichte rechtfertigen, was in der Ukraine geschieht, dass Hunderttausende auf der Flucht sind, dass unschuldige Menschen sterben und dass ein Land zerstört wird."

Deshalb appellieren wir an den russischen Präsidenten: Beenden Sie diesen Krieg jetzt.

Frank-Walter Steinmeier deutscher Bundespräsident

Zwei Künstler - zwei Freunde

Die beiden befreundeten Künstler, Violinist Daniel Hope und der ukrainischen Pianist Alexey Botvinov, gestalteten die Andacht gemeinsam musikalisch. Sie und die Stiftung Frauenkirche Dresden wollten damit vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges ein Zeichen für Frieden und Menschlichkeit setzen.

Die Frauenkirche Dresden ist gleichermaßen ein Ort der Mahnung und der Hoffnung. In Musik und Gebet bringen wir hier unsere Solidarität mit der Ukraine zum Ausdruck.

Maria Noth Geschäftsführerin der Stiftung Frauenkirche Dresden

Dank an Bundesrepublik für die Hilfe

Die Musik Botvinovs und Hopes müsste eigentlich in Odessa, Kiew und in all den vom Krieg betroffenen Dörfern und Städten der Ukraine erklingen, sagte die Geschäftsführerin der Stiftung Frauenkirche, Maria Noth. Pianist Botvinov war laut Stiftung Frauenkirche nach Kriegsbeginn noch rechtzeitig aus seiner Geburtsstadt Odessa entkommen. Er wolle sich mit den Mitteln der Kunst für seine Heimat Ukraine einsetzen.

In einer kurzen Ansprache bedankte sich Botvinovs direkt bei Bundespräsident Steinmeier für die Unterstützung und zugesagten Hilfen des Bundes. Daniel Hope sprach direkt zu den Menschen in der Ukraine, die in Bunkern um ihr Leben fürchteten und zu denen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten. In englischer Sprache sagte er:

Der Violonist Daniel Hope spielt auf seiner Geige
Bildrechte: imago/Sven Simon

Wir denken an Euch. Wir beten für Euch. Musik ist der einzige Weg, Euch Licht zu senden.

Daniel Hope Violinist, seit 2019 Artistic Director der Frauenkirche Dresden

Aufruf zur Hoffnung

Frauenkirchenpfarrer Markus Engelhardt rief dazu auf, angesichts des Krieges und der Ohnmacht nicht die Hoffnung zu verlieren. "Manchmal bringt die Musik Licht zurück. Töne sind so kraftvolle Licht- und Hoffnungssignale, dass das Leben am Ende doch stärker ist als der Tod." Wer singe und musiziere, gebe die Hoffnung darauf nicht auf, dass am Ende die Stärke des Rechts die Menschen anziehen werde "und nicht das Recht des Stärkeren".

MDR (kk)/epd/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 02. März 2022 | 19:00 Uhr

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