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Die IHK Dresden fordert die Weiternutzung von Atomenergie, damit vor allem auch die Großindustrie ohne große Einschränkungen über den Winter kommt. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

EnergiesicherheitIHK Dresden fordert Weiterbetrieb der Atomkraftwerke

von MDR SACHSEN

Stand: 10. August 2022, 09:59 Uhr

Die Industrie- und Handelskammer Dresden fordert von der Bundesregierung angesichts steigender Energiekosten preissenkende Maßnahmen in der aktuellen Gaskrise. Auch die weitere Nutzung der Braunkohle und der Weiterbetrieb der Kernkraftwerke gehören zu den Forderungen. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig verwies auf regionale Unterschiede und die hohe Bedeutung von großen Betrieben für das gesellschaftliche Leben.

Die Industrie- und Handelskammer Dresden erwartet von der Bundesregierung schnelle Entscheidungen, um die Gasversorgung im kommenden Winter zu sichern. Geschäftsführer Jürgen Rohleder sagte, es müsse preissenkende Maßnahmen geben. Außerdem müssten die weitere Nutzung der Braunkohle und der Weiterbetrieb der Kernkraftwerke beschlossen werden.

IHK: Verunsicherung bei Großverbrauchern

IHK-Chef Rohleder hob hervor, dass viele Bereiche im Falle einer Notlage geschützt seien, etwa "die Privatpersonen, die Krankenhäuser, aber es sind auch die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die weniger als 1,5 Millionen Kilowatt Gas pro Jahr beziehen".

Nun gehe es um Großverbraucher. "Und dafür ist die Bundesnetzagentur zuständig." Der Gas-Notfallplan der Europäischen Kommission war am Dienstag in Kraft getreten. Er sieht vor, dass alle Mitgliedsländer ihren Gas-Verbrauch ab sofort bis zum kommenden März freiwillig um 15 Prozent senken - verglichen mit dem Durchschnittsverbrauch in den vergangenen fünf Jahren.

Die IHK Dresden sorgt sich darum, wie Gas-Großabnehmer über die nächsten Monate kommen. Bildrechte: IMAGO / Martin Bäuml Fotodesign

Wirtschaftsministerium verweist auf regionale Unterschiede

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sagte MDR SACHSEN: "Wir erwarten vor allem, dass die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium endlich den Bundesländern die entsprechenden Pläne und Ideen für den Notfallgas-Plan vorstellen." Man müsse eigenen Ideen und Vorstellungen zu diesem Plan einbringen, die mit bedacht werden müssten. Dulig wies auf regionale Besonderheit, etwa in der Wirtschaftsstruktur. "Das Augenmerk muss auch auf unsere Firmen gerichtet werden, welche Systemrelevanz und hohe Bedeutung für den Erhalt unserer Wirtschaft und des gesellschaftlichen Lebens haben – dazu zählen die Belange der regionalen Energieunternehmen und Stadtwerke genauso wie die Spannbreite von der Halbleiterindustrie bis zur Molkerei."

MDR (lam)

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 09. August 2022 | 19:00 Uhr

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