Ermordete Ägypterin Dresden gedenkt Rassismusopfer Marwa El Sherbini

Das Messerattentat auf die Ägypterin Marwa El Sherbini im Dresdner Landgericht erschütterte 2009 ganz Deutschland. Seitdem wird jedes Jahr in einer Gedenkfeier an die ermordete Frau erinnert. In diesem Jahr warnten bei der Veranstaltung mehrere Redner vor zunehmendem Rassismus im Land.

Teilnehmer stehen während einer Gedenkveranstaltung für die aus Fremdenhass ermordeten Marwa El-Sherbini vor dem Dresdner Landgericht.
Wie im Vorjahr war es auch diesmal kein stilles Gedenken mehr. Stattdessen gab es warnende Redebeiträge. Bildrechte: dpa

Rund 100 Menschen haben am Donnerstag vor dem Dresdner Landgericht der vor zwölf Jahren ermordeten Ägypterin Marwa El Sherbini gedacht. Vertreterinnen und Vertreter von Stadt und Land sowie aus der Zivilgesellschaft legten auf der Gedenkfeier weiße Rosen nieder. Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) fand in ihrer Rede klare Worte zum Thema Rassismus.

Annekatrin Klepsch
Bildrechte: imago/Sven Ellger

Wir haben ein Rassismusproblem in Deutschland.

Annekatrin Klepsch Dresdner Kulturbürgermeisterin

El Sherbini stehe exemplarisch für wiederkehrende Angriffe auf Mitmenschen in diesem Land, so Klepsch.

Messerattacke vor den Augen vor Ehemann und Sohn

Die damals schwangere Ägypterin war am 1. Juli 2009 vor den Augen ihres Ehemannes und ihres dreijährigen Sohnes am Landgericht aus Hass auf Muslime niedergestochen worden. Kurz zuvor hatte die Apothekerin gegen den Täter als Zeugin ausgesagt. El Sherbini wurde 31 Jahre alt. Der Täter wurde 2009 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Demokratie steht auf dem Spiel

An der Gedenkfeier nahm auch der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, teil.

Aiman Mazyek
Bildrechte: dpa

Einer der Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden, ist die Bagatellisierung und die Verdrängung solcher Themen.

Aiman Mazyek Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland

Dies habe dazu beigetragen, dass der Rassismus weiter zugenommen habe. "Es geht um das nackte Überleben und die Verteidigung unserer Demokratie", sagte Mazyek. Das sei vielen noch nicht ausreichend bewusst.

Quelle: MDR/sth/epd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | MDR SACHSENSPIEGEL | 01. Juli 2021 | 19:00 Uhr

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