Zeitgeschichte "Geheim!"-App: Auf den Spuren der Stasi an der TU Dresden

Von Beginn der DDR an stand die TU Dresden unter Beobachtung der Stasi. Fachbereiche, Forschende und Studierende wurden auspioniert und überwacht. Welche Ausmaße das annahm, kann man jetzt mit einer App nachvollziehen.

Telefonüberwachung in der Stasi-Zentrale
Wie und wo die Staatssicherheit Hochschulen in der DDR überwacht hat, verdeutlicht eine neue App in Dresden. Mit der kann man an der TU auf Spurensuche gehen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eine speziell entwickelte App führt Besucher der Technischen Universität (TU) Dresden zu Spuren der ehemaligen DDR-Staatsicherheit. Die App namens "Geheim!" bietet einen Einblick in Geheimdienstakten außerhalb des Archivs und am historischen Ort, teilte das Stasi-Unterlagen-Archiv dazu mit. Das Archiv hat das Programm mit Studierenden entwickelt. Das Ganze funktioniert über Histocaches, bei denen Orte und Geschichten entdeckt werden können.
Die Dresdner Universität stand den Angaben zufolge von der Wiedereröffnung 1946 bis zum Ende der Stasi 1989 unter besonderer Beobachtung. Eine Dienststelle der Geheimpolizei bündelte die Arbeit.

Was hat die Stasi alles akribisch notiert

  • Es geht zum Beispiel um die Überwachung sensibler Forschungsbereiche wie Kernphysik.
  • Informationen zu Spionage innerhalb der Hochschule
  • Spionage zu studentischen Protesten

Institut für Kern- und Teilchenphysik TU Dresden
Das Institut für Kern- und Teilchenphysik der TU Dresden wurde zu DDR-Zeiten von der Staatssicherheit überwacht. Bildrechte: Uta Bilow

Virtuelle Erlebnisreise

Zudem können Nutzer der App historische Gebäude wieder erleben, die heutzutage so nicht mehr zu sehen sind - das Konzept Augmented Reality (AR) macht's möglich. Am nächsten Dienstag, 19. Oktober, gibt es auf dem Hochschulgelände auch einen Rundgang zu ausgewählten Stationen.

Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Quelle: MDR/kk/dpa

2 Kommentare

Culicoidea vor 6 Wochen

Es wurden viel zu wenige geächtet und noch weniger verurteilt. Jeder IM gehört misstraut und darf nie wieder verantwortliche Tätigkeit in freiheitlicher Demokratie.

Pattel vor 6 Wochen

So was darf es nie wiedergeben!
Aufarbeiten und aufklären ist wichtig.

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