Prozess Generalstaatsanwalt in Dresden stellt Ermittlungen gegen Lina E. teilweise ein

Die Ermittlungen gegen Studentin Lina E. wegen eines Überfalls auf eine Prokuristin in Leipzig sind eingestellt worden. Für die Generalstaatsanwaltschaft konnte die Tatbeteiligung nicht sicher nachgewiesen werden. der Prozess gegen die Beschuldigte geht trotzdem weiter, denn es stehen noch mehr Vorwürfe in der Anklageschrift.

Angeklagte wird in den Gerichtssaal geführt.
Seit September 2021 steht Lina E. (Bilmitte, heller Pullover) vor Gericht. Ihr Gesicht zeigt die Studentin den Fotografen im Gerichtssaal nicht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Verfahren gegen die mutmaßliche Linksextremistin Lina E. hat die Generalstaatsanwaltschaft Dresden die Ermittlungen in einem Teilbereich eingestellt. Studentin Lina E. war vorgeworfen worden, am Überfall auf eine Prokuristin einer Leipziger Immobilienfirma beteiligt gewesen zu sein. Dabei war das Opfer im November 2019 von Vermummten in ihrer Wohnung durch Schläge ins Gesicht verletzt worden.

Zweifel blieben

Die Beteiligung konnte Lina E. nicht mit der notwendigen Sicherheit nachgewiesen werden, erklärte die Staatsanwaltschaft am Montag. Auch gegen einen weiteren mutmaßlichen Beteiligten wurden die Ermittlungen eingestellt. Ein Anfangsverdacht gegen ihn sei widerlegt worden.

Generalstaatsanwalt ermittelt weiter im Fall

Den Überfall auf die Prokuristin stufte die Polizei damals als linksextremistisch ein. In einem im Internet veröffentlichten Schreiben wurde der Angriff als Reaktion auf einen hochpreisigen Neubau im Leipziger Stadtteil Connewitz dargestellt, für den die Firma der Frau verantwortlich ist. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall dennoch weiter - gegen eine frühere Mitarbeiterin der Uniklinik Magdeburg. Sie wird verdächtigt, die Meldeadresse der Prokuristin unberechtigt abgefragt und weitergegeben zu haben.

Studentin mutmaßliche linksextremistische Anführerin

In Dresden steht Lina E. seit Anfang September vor dem Oberlandesgericht wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung und schweren Landfriedensbruchs. Für die Anklage ist sie Anführerin einer linksextremistischen militanten Gruppe, deren Ziel es war, tatsächliche und mutmaßliche Angehörige der rechten Szene anzugreifen und zu verletzen. Mit ihr sind drei weitere Männer angeklagt.

Quelle: MDR/kk/AFP/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 08. November 2021 | 21:00 Uhr

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen