Silicon Saxony Wegen Chipmangel fährt Globalfoundries Dresden die Produktion hoch

Der Chiphersteller Globalfoundries in Dresden steigert die Wafer-Produktion. Vor allem die Automobilindustrie verlangt nach Chips. Dabei sind weltweite Lieferketten wegen Corona noch gestört. Ausfälle will das Dresdner Werk kompensieren.

Auszubildende hält 2019 in einem Automatisierungslabor einen Test-Wafer.
Globalfoundries in Dresden will die Wafer-Produktion weiter steigern, weil die Industrie mehr Mikrochips benötigt. Bildrechte: dpa

Der Halbleiterhersteller Globalfoundries fährt angesichts eines weltweiten Chip-Mangels die Produktion in Europa hoch. Nachdem 2020 rund 300.000 Wafer das Dresdner Werk verließen, sollen es in diesem Jahr 700.000 und Ende kommenden Jahres etwa 850.000 sein. Das sagte Geschäftsführer Manfred Horstmann auf Anfrage der "Deutschen Presse-Agentur". "Wir produzieren mehr, weil der Bedarf an Halbleitern so hoch ist."

Firma kündigt Investitionen an

Über einen Zeitraum von drei Jahren werde man deutlich mehr als eine Milliarde US-Dollar in den Ausbau des deutschen Werkes investieren, hieß es. Hinzu kämen neue Kapazitäten am Standort des französischen Chipherstellers ST Microelectronics bei Grenoble, was einen zusätzlichen Ausstoß von 360.000 Wafern pro Jahr bringen soll.

Vor allem die Autobranche sei nach Chips hungrig, hieß es. Während früher in einem Wagen etwa 60 bis 70 davon verbaut wurden, seien es inzwischen mehrere Hundert. Dies hänge zum einen mit dem Umstieg von Verbrenner- auf Elektroautos zusammen. Auch die Ansprüche der Käufer hätten sich über die Jahre verändert. "Autos sind heute fahrende Computer", sagte Horstmann.

3.300 Fachkräfte am Standort Dresden

Globalfoundries hat nach eigenen Angaben etwa 300 Kunden weltweit, das Dresdner Werk allein rund 120. Mit einer Reinraumfläche von rund 60.000 Quadratmetern ist es nach eigenen Angaben das größte Halbleiterwerk Europas. Hier arbeiten mehr als 3.300 Fachleute aus der ganzen Welt. Sie stellen nicht nur Chips für den Bereich Automotive her, sondern auch für Produkte wie Smartphones sowie Anwendungen in den Bereichen Cyber-Security, Mobile Banking und die 5G-Technologie.

MDR (lam)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 10. August 2022 | 07:00 Uhr

3 Kommentare

Peter vor 7 Wochen

Komisch Freies Moria, Chipmangel und Verdreifachung der Produktion bis Ende nächsten Jahres hört sich so gar nicht nach dem vielfach herbeigeredeten Zusammenbruch der Wirtschaft an.

Sachsin vor 7 Wochen

Sehr gut! Und wieder viele Beschäftigte werden unsere leichtfertige Abhängigkeit beheben. Jetzt noch etwas Lagerwirtschaft wie bis 1990 üblich. Vor allem die Grundlagen der Medizin (Arznei), muss neben Chips aus Asien zurück nach Deutschland! Wir sollten nicht warten bis Taiwan nicht mehr liefern kann.

Freies Moria vor 7 Wochen

Komisch, eine Verdreifachung der Produktion hört sich so irgendwie gar nicht nach Chipmangel an.

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