Namenslesung Dresden und Leipzig gedenken Opfern des Holocaust

Holocaust-Gedenken Dresden - auf dem Altmarkt stehen mehrere Menschen und halten inne
Dresdnerinnen und Dresdner hielten am Donnerstag inne, um bei einer Namenslesung der im Holocaust ermordeten Jüdinnen und Juden ihrer Stadt zu gedenken. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

An der Kreuzkirche in Dresden ist mit einer Namenslesung an die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordeten Dresdner Jüdinnen und Juden erinnert worden. Vorgelesen wurden am Donnerstag fast 1.000 Namen, wie die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit mitteilte. Regulär findet die Namenslesung jeweils am 27. Januar, dem bundesweiten Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, statt. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Veranstaltung auf den 8. April verschoben. An diesem Tag ist der israelischen Gedenktag für die Opfer des Holocaust.

Menschen stehen während einer Gedenkveranstaltung auf dem Marktplatz zu Leipzig. 1 min
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Fast 2.000 Namen im Buch der Erinnerungen erfasst

Holocaust-Gedenken Dresden - auf dem Altmarkt stehen mehrere Menschen und halten inne
Mehr als 7.000 Jüdinnen und Juden aus Dresden und Umgebung überlebten die Nazi-Zeit nicht. Nur knapp 2.000 Schicksale sind zweifelsfrei belegt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Insgesamt sind die Namen von 1.953 Jüdinnen und Juden aus Dresden im Buch der Erinnerungen erfasst, von denen bekannt ist, dass sie in einem Konzentrationslager ums Leben kamen, sich das Leben nahmen oder nach der Deportation als verschollen gelten. Die Hälfte der Namen wurde bereits in einem Dresdner Bürgerradio verlesen, teilten die Organisatoren mit. Verlesen wurden am Donnerstag an der Kreuzkirche dabei auch die Namen nicht jüdischer Opfer, wie von Sinti und Roma sowie von Kindern von Zwangsarbeiterinnen.

Insgesamt wurden durch die Rassegesetze der Nazis mehr als 7.000 Juden in Dresden und Umgebung verfolgt. Viele Schicksale sind bislang nicht geklärt.

Gedenktag "Yom Hashoah" Der nationale Gedenktag "Yom Hashoah" erinnert in Israel an die sechs Millionen Juden, die im Holocaust von Nationalsozialisten und ihren Helfern ermordet wurden. Der Gedenktag wird nach dem jüdischen Kalender festgelegt und hat kein festes Datum. 2022 findet er am 28. April statt.

Gedenken auch in Leipzig

Mit einer entsprechenden Zeremonie aus Kerzenanzünden, Gebet und einer Schweigeminute wurde auch in Leipzig im stillen Gedenken an die sechs Millionen jüdischen Menschen, die während des Holocausts in Europa systematisch ermordet wurden, auf dem neuen jüdischen Friedhof erinnert.

Der Vorsitzende der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, Küf Kaufmann, sowie der Pastor der TOS Gemeinde Leipzig, Stefan Haas, sprachen Worte des Gedenkens. Landesrabbiner Zsolt Balla sprach ein Gebet.

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Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm von MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08.04.2021 | 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus Dresden

MDR SACHSENSPIEGEL | 08.04.2021 | 19:00 Uhr

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