"Faust des Ostens" Prozess gegen Dresdner Hooligans wegen Diebstahl und Köperverletzung

Bengalisches Feuer im Dresdner Fanblock
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Zehn Jahre nach Beginn einer Serie von Straftaten müssen sich drei Mitglieder der Dresdner Hooligan-Gruppierung "Faust des Ostens" (FdO) nun vor Gericht verantworten. Die Staatsschutzkammer des Landgerichts Dresden hat den Beginn der Hauptverhandlung für den 29. März angekündigt.

Den Männern im Alter von 30 bis 37 Jahren wird die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Diebstahl und Körperverletzung vorgeworfen. Die Gruppierung soll unter Beteiligung zweier Angeklagter im April 2010 gegründet worden sein und bis Herbst 2012 etwa 80 Leute umfasst haben. Sie wird im Umfeld von Fußballspielen des damaligen Zweitligisten Dynamo Dresden für "gewaltsame Übergriffe auf Mitglieder anderer Fußballmannschaften, Polizeibeamte und Personen ausländischen Aussehens" verantwortlich gemacht.

Ausländerfeindlich und rechtsradikal

Bei der Anklage geht es auch um einen Fall vom April 2011, bei der rund 50 FdO-Mitglieder etwa ein Dutzend Ausländer attackierten. Dabei sollen ausländerfeindliche und rechtsradikale Parolen gerufen und drei der Angegriffenen verletzt worden sein. Im Sommer 2013 hatte die Staatsanwaltschaft Dresden Anklage gegen fünf Beschuldigte erhoben. Gegen zwei wurde das Verfahren - in einem Fall gegen Zahlung einer Geldauflage - inzwischen eingestellt, wie es hieß. Nach Angaben des Landgerichts ist keiner der damals und heute Beschuldigten zwischenzeitlich wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Als Grund für die lange Zeitspanne bis zum Beginn der Hauptverhandlung wurde die hohe Belastung des Gerichts mit Haftsachen angegeben. Das Landgericht Dresden hat zunächst bis zum 22. Juli Verhandlungstermine angesetzt.

Quelle: MDR/dpa/ma

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