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Der Ende Januar gestartete Prozess um den Juwelendiebstahl pausiert jetzt einen Monat und wird ab dem 23. August fortgesetzt. Bildrechte: dpa

ProzesstagJuwelendiebstahl-Prozess in Dresden: Verteidiger beantragt erneut Freispruch

von MDR SACHSEN

Stand: 22. Juli 2022, 17:05 Uhr

Am letzten Verhandlungstag vor der Sommerpause hat im Prozess um den Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe in Dresden ein Anwalt Freispruch für seinen Mandanten gefordert. Die Indizien hätten sich nach der Beweisaufnahme in Luft aufgelöst. Der Anwalt wiederholte damit eine Forderung von Mitte Juni. Die Staatsanwaltschaft hat nun eine Woche Zeit, zu dem Antrag Stellung zu nehmen.

Im Prozess um den Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden forderte am Freitag Verteidiger Andreas Boine für einen der Angeklagten die Abtrennung des Verfahrens und Freispruch. Seiner Ansicht nach ergab die Beweisaufnahme, dass sich die Indizien gegen seinen 24 Jahre alten Mandanten in Luft aufgelöst haben. Eine DNA-Mischspur aus einem Auto könne nicht als Beleg dienen, dass sich sein Mandant in dem Fahrzeug befand. Auch die Hunde-Spur habe sich als "Nullum" erwiesen, sagte Boine. Bereits Mitte Juni hatte er in der Verhandlung ähnlich argumentiert.

Anwalt: Mandant will in Berliner Gefängnis Berufsausbildung fortsetzen

Boine sah es zudem als erwiesen an, dass sich sein Mandant am frühen Morgen des Tattages in einer Klinik in Berlin-Neukölln behandeln ließ und deshalb zur fraglichen Zeit gar nicht in Dresden sein konnte. Der Anwalt betonte, der 24-Jährige sei wegen des Prozesses am Landgericht Dresden in Sachsen untergebracht und könne nicht seine Jugendstrafe von viereinhalb Jahren für den Einbruch ins Berliner Bode-Museum verbüßen.

Staatsanwaltschaft soll sich zeitnah zu Antrag äußern

Dort mache er eine Berufsausbildung. Vor dem neuen Ausbildungsjahr wolle er nicht weiter unnötig Zeit verlieren. Das Gericht wies die Staatsanwaltschaft an, bis kommenden Freitag zu dem Antrag Stellung zu nehmen - und nicht erst in 14 Tagen, wie es die Ankläger gefordert hatten.

Bei einem der spektakulärsten Einbrüche der vergangenen Jahrzehnte hatten die Täter am 25. November 2019 aus dem Grünen Gewölbe in Dresden 21 Exponate mit insgesamt 4.300 Diamanten und Brillanten im Gesamtversicherungswert von mindestens 113,8 Millionen Euro gestohlen.

MDR (sth)/dpa

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 22. Juli 2022 | 19:00 Uhr