Anonyme Initiative Dresdner Juwelendiebstahl: Neue Offerte für Schmuck-Rettung

Der Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe in Dresden schockte die ganze Welt. Gleichzeitg war es für Sachsen nicht nur ein materieller Verlust, sondern auch ein ideeller. Viele Menschen im Freistaat zeigten sich angesichts dieses unvorstellbaren Verbrechens persönlich betroffen. Mittlerweile ist mehr als ein Jahr vergangen - und der Schmuck ist noch immer nicht aufgetaucht. Jetzt starten Privatleute eine eigene Initiative. Dafür nehmen sie viel Geld in die Hand.

Das Juwelenzimmer im Historischen Grünen Gewölbe im Dresdner Schloss der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Das Juwelenzimmer im Historischen Grünen Gewölbe im Dresdner Schloss. Bildrechte: dpa

Gut anderthalb Jahre nach dem aufsehenerregenden Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden ist das Schicksal der gestohlenen Schmuckstücke weiter ungewiss. Nun haben mehrere Privatpersonen eine Million Euro zur Wiederbeschaffung der kostbaren Beute ausgelobt. Es seien Menschen, die dem Museum persönlich eng verbunden sind, sagte der Berliner Rechtsanwalt Robert Unger als Vertreter der Initiative am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Sie wollten ungenannt bleiben und stellten die Summe aus ihrem Privatvermögen zur Verfügung. Die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Marion Ackermann, dankte "für den Einsatz so vieler kunstliebender Menschen", man bleibe "hoffnungsvoll".

Schmuck sichern wichtiger als Täter schnappen

Die Initiative sei "sehr seriös" und der Anwalt hocherfahren in vergleichbaren Vorgängen. Es handele sich "um ein bindendes Versprechen", heißt es in der am vergangenen Wochenende in der "Welt am Sonntag" veröffentlichten Anzeige. Ziel sei nicht die Verfolgung der Täter, etwaigen Kontaktpersonen wird der Schutz ihrer Anonymität zugesichert. Laut Unger ist es ein weiterer Versuch, die verlorenen Schmuckstücke zu retten und die Schätze für Museum und Öffentlichkeit zurückzugewinnen.

Das zeige, "wie sehr sich Menschen persönlich engagieren, um jede sinnvolle und zulässige Möglichkeit zu nutzen, die gestohlenen Juwelengarnituren zurückzugewinnen", sagte Ackermann. Nach der Festnahme potenzieller Täter dürfe in der Wachsamkeit und internationalen Aufmerksamkeit nicht nachgelassen werden. "Früher oder später wird es zielführende Hinweise auf die erbeuteten Stücke geben."

Fünf Verdächtige in U-Haft

Zwei Männer waren am 25. November 2019 in das Museum im Residenzschloss eingedrungen, hatten mit einer Axt Löcher in eine Vitrine geschlagen und die darin befestigten Juwelen herausgerissen. Von den etwa ein Dutzend Schmuckstücken aus Diamanten und Brillanten des 17. und 18. Jahrhunderts von kaum schätzbarem Wert fehlt seitdem jede Spur.

Fünf dringend Verdächtige sind in Untersuchungshaft. Die jungen Männer aus einer bekannten arabischstämmigen Berliner Großfamilie sollen direkt an dem Einbruch beteiligt gewesen sein, der international Schlagzeilen machte. Die Ermittler sind überzeugt, dass er auf das Konto des Remmo-Clans geht, der auch für Straftaten wie den Goldmünzen-Diebstahl aus dem Berliner Bode-Museum 2017 verantwortlich gemacht wird.

Bisherige Bemühungen verliefen im Sande

Die nach einem der Schmuckstücke benannte Sonderkommission "Epaulette" hatte kurz nach der Tat eine Belohnung von 500.000 Euro ausgesetzt - für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat, zur Ermittlung oder der Ergreifung der Täter sowie zum Auffinden der Beute führen. Die Offerte eines Privatdetektivs vom Dezember 2019, wonach ein anonymer Kunstmäzen den Tätern 1,3 Millionen Euro für die Beute zahlen und sie nach Dresden zurückgeben wollte, verlief im Sande.

Quelle: MDR/sth/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 20. Juni 2021 | 19:00 Uhr

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