Umstrittenes Exponat Skalp aus Karl-May-Museum in Radebeul an US-Generalkonsul übergeben

Ein Porträt des Schriftstellers Karl May hängt im sächsischen Radebeul bei Dresden an einer Laterne vor seinem einstigen Wohnhaus und jetzigem Museum.
Bildrechte: dpa

Nach jahrelangen Untersuchungen ist ein Skalp aus dem Karl-May-Museum in Radebeul an den US-Generalkonsul in Leipzig übergeben worden. Er nahm das umstrittene Stück am Montag zusammen mit dem Kulturattaché der US-Botschaft entgegen, wie das sächsische Kulturministerium mitteilte. Das Kuratorium der Karl-May-Stiftung habe der Rückführung des menschlichen Überrests zugestimmt.

Blick auf ein Skalp der Ojibwa-Indianer, der im Karl-May-Museum in Radebeul ausgestellt ist.
Der Skalp der Ojibwa-Indianer wurde an den US-Generalkonsul übergeben. Bildrechte: dpa

Rückgabe nach rund 100 Jahren

Der Stamm der Sault Ste. Marie Tribe of Chippewa Indians in Michigan (USA) hatte 2014 um die Herausgabe des Skalps gebeten, den der Sammler und Mitbegründer des Karl-May-Museums Radebeul, Patty Frank (1876-1959), vom Nachfahren eines Sioux-Häuptlings erworben haben will. Wie der Skalp wirklich nach Sachsen kam, ist aber letztlich unklar.

"Keine Hinweise auf Unrecht"

In den vergangenen Jahren hatte es umfangreiche Untersuchungen zur Herkunft gegeben. "Es wurde keinerlei Hinweis auf einen Unrechtstatbestand oder eine koloniale Herkunft bestätigt", erklärte Volkmar Kunze, Vorstand der Karl-May-Stiftung. Die Übergabe solle der Völkerverständigung und einem guten Miteinander mit den Native Americans dienen.

Quelle: MDR/dpa/lt

0 Kommentare

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen