Ausstellungseröffnung "Träume von Freiheit" - Dresdner Kunstsammlungen zu Gast in Moskau

Nach einem laut Kunsthistorikern einmaligen Kraftakt haben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) und die weltberühmte neue Tretjakow-Galerie in Moskau ihre große Ausstellung "Träume von Freiheit" eröffnet. Die wegen der Corona-Pandemie mehrfach verschobene, von dem anwesenden US-Architekten Daniel Libeskind gestaltete Schau mit Kunst der Romantik vor 200 Jahren sei eine "Meisterleistung", sagte SKD-Generaldirektorin Marion Ackermann am Donnerstag in Moskau.

Ein Blick auf die Tretjakow-Galerie mit der Statue des Gründers der Staatsgalerie, Pawel Tretjakow.
Die Tretjakow-Galerie ist Russlands größtes Museum für nationale Kunst. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Unter den bis zum 8. August gezeigten mehr als 300 Exponaten sind auch Werke von Caspar David Friedrich, der in Russland früher als in Deutschland ein "Superstar" gewesen sei, so Ackermann. Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer bezeichnete die Kultur als "Türöffner" in schwierigen Zeiten, um miteinander im Gespräch zu bleiben. Deutschlands Botschafter in Moskau, Géza Andreas von Geyr, meinte bei der Eröffnung der Austellung, es gebe viele "Themen, die brisant sind im deutsch-russischen Verhältnis". Deshalb sei es wichtig, mit Kulturereignissen wie diesem einen "Dialog auf höchstem Niveau" zu führen.

Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, steht vor der bei einem Einbruch beschädigten Vitrine im Juwelenzimmer im Historischen Grünen Gewölbe im Dresdner Schloss der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). Die seit dem Juwelendiebstahl im November 2019 geschlossene kurfürstlich-königliche Schatzkammer soll bald wieder für Besucher zugänglich sein.
Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, bezeichnete die gemeinsame Schau als "Meisterwerk". (Archivbild) Bildrechte: dpa

Austellung ist auch ein Politikum

Die Schau, die sich auch dem Durchbruch zur Moderne und zeitgenössischen künstlerischen Positionen widmet, gilt als Höhepunkt des Deutschland-Jahres in Russland. "Es sind historische Kraftanstrengungen unternommen worden, um das in seinem Umfang einmalige Projekt zu verwirklichen", meinte die Chefin der Tretjakow-Galerie, Selfira Tregulowa. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland sind wegen zahlreicher politischer Konflikte auf einem Tiefpunkt.

Romantische Kunst aus beiden Ländern

Zu sehen ist Kunst aus der Zeit des späten 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Russland und Deutschland in einem bisher einmaligen Dialog. Die Schau ist von Oktober an im Dresdner Albertinum zu sehen. Im Zentrum stehen etwa Meisterwerke von den in Deutschland wenig bekannten Künstlern Alexej Gawrilowitsch Wenezianow, Carl Gustav Carus und Alexander Andrejewitsch Iwanow aus der Tretjakow-Galerie sowie aus dem Albertinum, aber auch aus der Hamburger Kunsthalle, den Staatlichen Museen zu Berlin, der Eremitage St. Petersburg oder dem Puschkin-Museum in Moskau.

Carl Gustav Carus, Alter Harfner, 1836 (Zwischenzustand der Restaurierung) Öl auf Leinwand, 21,5 x 27,5 cm, Albertinum
Auch Werke von Carl Gustav Carus sind zu sehen. (Symbolbild) Bildrechte: SKD

Auch zeitgenössische Kunst

Außerdem sind mit dem Leben der Künstler und Personen der Zeit verbundene Objekte zu sehen: der Dirigierstab von Komponist Carl Maria von Weber oder die Stiefel, die Napoleon vermutlich beim Russlandfeldzug 1812 trug. Ferner verdeutlichen ausgewählte Positionen zeitgenössischer Kunst etwa von Marlene Dumas, Wolfgang Tillmans oder Boris Mikhailov, warum die Romantik als Beginn der Moderne betrachtet wird.

Quelle: MDR/bj/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | In den Nachrichten | 23. April 2021 | 08:00 Uhr

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