Seenotrettung Sachsens Landesbischof tauft neues Schiff von Mission Lifeline

Ein Mann (Tobias Bilz) spricht einen Segen.
Bildrechte: MISSION LIFELINE

Sachsens evangelischer Landesbischof Tobias Bilz hat am Freitag im schleswig-holsteinischen Elbhafen Wewelsfleth das neue Rettungsschiff des Dresdener Vereins "Mission Lifeline" getauft. Damit stelle sich die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens hinter die Seenotrettung von Flüchtlingen, erklärte der Verein.

Landesbischof sehr beeindruckt

"Mich beeindruckt sehr, was hier getan wird", sagte Landesbischof Bilz mit Blick auf die Arbeit von Mission Lifeline. "Die Menschen, die dort aktiv sind, tun das, was dem christlichen Glauben tief zu eigen ist - nämlich Menschen in Not zu helfen." Die zivile Seenotrettung übernehme stellvertretend Aufgaben, die dringend einer politischen Lösung bedürfen. Er sei auch stolz darauf, dass ein Schiff zur Rettung von Flüchtlingen von Sachsen aus losgeschickt werde. Aus diesem Grund habe er bei der Taufe des Boots um Gottes Segen gebeten, so Bilz.

Ehemaliges Bundeswehrschiff für 600.000 Euro umgebaut

In reichlich vier Wochen wird das Schiff mit dem Namen "Rise Above" seinen Dienst beginnen. Es soll zur zivilen Seenotrettung eingesetzt werden, teilte Mission Lifeline mit. Zunächst erfolge auf dem Weg nach Helgoland der Praxistest. Dann werde das Schiff Richtung Mittelmeer starten, wo es vor der nordafrikanischen Küste seinen ersten Einsatz habe.

Das Rettungsschiff "Rise Above" von Mission Lifeline an einem Anlegesteg in der Nähe von Hamburg.
Die "Rise Above" wurde für 600.000 Euro umgebaut und soll im Mittelmeer Menschen in Not retten. Bildrechte: Hermine Poschmann

Das ehemalige Torpedofangboot der Bundesmarine wurde laut Verein Ende 2019 erworben und seitdem zu einen Rettungsschiff umgebaut. Die Kosten belaufen sich Vereinssprecher Axel Steier zufolge auf bisher rund 600.000 Euro und wurden aus Spenden gedeckt. Das 25 Meter lange Schiff hat eine Krankenstation an Bord. Es kann zahlreiche Flüchtlinge aufnehmen und verfügt über aufblasbare Rettungsinseln. Mit 18 Knoten (circa 33 Stundenkilometer) sei die "Rise Above" schneller als andere Rettungsschiffe und könne auch mit der libyschen Küstenwache mithalten, sagte Steier.

Weiteres Schiff für Mai geplant

Frühere Schiffe des Dresdner Vereins waren nach Rettungseinsätzen beschlagnahmt worden. Mission Lifeline werde ab Anfang Mai mit einem weiteren kleineren Schiff auch vor Westafrika kreuzen. Es sei vor allem dafür da, Hilfe anzufordern, hieß es. Der Dresdner Verein hat Steier zufolge bisher mehr als 1.000 Menschen gerettet. Die meisten Flüchtlinge würden aus Eritrea und dem Sudan stammen, so Steier. Frustrierend sei allerdings, dass ein Großteil von ihnen aller Voraussicht nach wieder in ihre Heimatländer abgeschoben werde.

Quelle: MDR/mar/epd

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 09. April 2021 | 19:00 Uhr

43 Kommentare

Brigitte Schmidt vor 32 Wochen

An DEN Beobachter: Ja, ich weiß zu wenig, das ist wahr. Deshalb mußte ich wiedermal bei wikipedia nachschauen (nebenbei: ich halte wenig von diesem Nachschlagewerk, aber vielleicht beobachten Sie selbiges): was dort zu lesen ist, gibt wie zu erwarten wenig Hinweise auf "christliche Schiffstaufen".

DER Beobachter vor 33 Wochen

Sehen Sie es pragmatisch: Bischof Bilz hat einen christlichen Akt menschlichen Glaubens an die Nächstenliebe vollzogen. Aber allein Gott entscheidet über den Segen zur See. Ach ja - sogar das Schiff der "Identitären" unter Sellner seinerzeit wurde mal gesegnet. Seine selbsternannte Mission ging gnadenlos in die Hose...

DER Beobachter vor 33 Wochen

Schon spaßig, wenn Wikreuz und Brigitte Schmidt ausgerechnet Kierkegaard so völlig verdrehen. Kierkegaard kritisierte ausdrücklich als konservativer Christ mit ausdrücklicher Forderung der Einhaltung des Gebots der christlichen Nächstenliebe (sic) den (wirtschafts)liberalen Zeitgeist (nicht nur) seiner Zeit... Im übrigen forderte er und räumte ein die bedingungslose Entscheidungsfäghigkeit des Menschen für oder gegen die göttlichen Gebote...

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