Bildungspolitik Sachsen will Kitas und Schulen sozial stärken

Mit großer Mehrheit hat der Sächsische Landtag einen Antrag der Regierungskoalition beschlossen, Schulen und Kitas in sozialen Brennpunkten künftig besser auszustatten. Das soll ab August 2022 mit einem Sozialindex, einer Art Kriterienkatalog, geschehen. Auch die Linke stimmte dem zu, die AfD enthielt sich.

Die Mehrheit der Landtagsabgeordneten in Sachsen will, dass sich das Land stärker um eine bessere Bildung bemüht und mehr Chancengleichheit für Kinder schafft. Dazu beschloss das Parlament, dass ein Sozialindex erstellt wird. Der soll ab August 2022 gewährleisten, dass Ressourcen gezielter verteilt werden - und zwar an Kindertagesstätten und Schulen in sozial schwierigem Umfeld. CDU, Grüne und SPD stimmten für ihren gemeinsamen Antrag. Auch die Linke votierte dafür. Die AfD-Fraktion enthielt sich.

Bedarf gezielt ermitteln

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) sagte, es müsse dort mehr getan werden, wo das Umfeld die Talente eines Kindes einschränkt. Bereits bestehende Maßnahmen könnten so unterstützt werden.

Christian Piwarz
Sachsens Kultusminister Christian Piwarz. Bildrechte: dpa

Der CDU-Politiker nannte etwa den Einsatz von Sozialarbeitern, Praxisberatern und Schulassistenten. Um den Bedarf gezielt zu ermitteln, seien die Kommunen gefragt.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Christin Melcher, erklärte, der Sozialindex solle relevante Daten aus der Schul- und Sozialraumstatistik bündeln und so Unterstützungsbedarf besser kenntlich zu machen. "Viel hängt davon ab, wo eine Schule oder eine Kita steht und wer sie besucht." Dabei gehe es um eine ausreichende Zahl an Personal, nicht nur was Lehrer angehe.  

Wer besondere Hilfe braucht, soll sie bekommen

Sabine Friedel von der SPD sagte, es gehe nicht darum, anderen Einrichtungen etwas wegzunehmen, sondern neue Ressourcen zu schaffen. "Wer besondere Hilfe braucht, soll auch besondere Hilfe bekommen."

Die AfD hält nicht viel vom geplanten Sozialindex. Rolf Weigand forderte stattdessen, Klassengrößen zu verringern, mehr Lehrinnen und Lehrer sowie Erzieher auf dem Land einzusetzen und die Eltern stärker bei Erziehung und Bildung einzubinden.

Symbolbild: IT-Unterricht an Schulen - Ein Mädchen und ein Junge werden von einer Lehrerin an einem Computer betreut.
Koalition: Bildung darf nicht von der Herkunft abhängen. Bildrechte: Colourbox.de

Die Linke unterstützt die sozialen Bemühungen der Regierungskoalition. Die Abgeordnete Marika Tändler-Walenta bezweifelte allerdings, dass der Sozialindex schon in einem Jahr Daten liefern könne. Die Linke selbst scheiterte am Mittwochabend mit einem eigenen Antrag zur Bildungspolitik. Darin verlangte die Partei eine neue Schulkultur in Sachsen. Dabei sollte es auch um die Mitgestaltung von Rahmenlehrplänen durch Schüler, eine verstärkte Konzentration auf das Digitale und mehr Zeit zum Lernen und Ausprobieren gehen.

Quelle: MDR/jk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENPSPIEGEL | 21. Juli 2021 | 19:00 Uhr

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen