City-Management Rettungsplan für Dresdens Innenstadt-Geschäfte gesucht

Dresdens Innenstadt ist nicht mehr an allen Stellen bunt und belebt. Etwa ein Fünftel der Geschäfte steht leer. Das City Management Dresden drängt zu einem Notfallplan mit langfristig tragbaren Lösungen.

Leere Geschäfte in der Dresdener Innenstadt.
Fast 20 Prozent der Geschäfte in der Dresdner Innenstadt stehen leer. Bildrechte: MDR/Lukas Meister

Wo einst noch Outdoor-Bekleidung die Garderoben und Auslagen schmückten, sind heute nur noch leere Umkleidekabinen zu sehen. Ein ehemaliges Geschäft in der "Prager Spitze" - passender ginge es kaum für ein Gespräch über den Leerstand der Dresdner Innenstadtgeschäfte. Eddy Donat forscht bei der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung. Er bilanziert: Von circa 500 Objekten in der Dresdner Innenstadt stünden 93 leer - fast ein Fünftel. Ein Problem, das eine Landeshauptstadt so nicht hätte ereilen dürfen, erklärt Donat.

Bei kleineren Städten kann ich das stärker nachvollziehen, weil dort die Publikums-Frequenz allgemein verschwunden ist. Aber in einer Landeshauptstadt ist das nochmal ein besonderes Ausrufezeichen.

Eddy Donat Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung

Stadtplanerin Friederike Wachtel und Marktforscher Eddy Donat.
Dresdens City-Managerin Friederike Wachtel und Marktforscher Eddy Donat. Bildrechte: MDR/Lukas Meister

Pandemie allein ist nicht Ursache

Pandemie und ausgebliebener Tourismus hin oder her - der Leerstand der Dresdner Innenstadt habe sich sich schon länger abgezeichnet. Eine schlechte Parksituation, fehlende Grünflächen und ein veraltetes Einzelhandelskonzept von 2006 seien nur einige der Ursachen. Donat bemängelt, dass man beim Geschäftesterben lange bloß zugeschaut habe.

15 Jahre großes Fragezeichen! Da sind einige Dinge nicht nur in der Stadt lange überdenkenswert, auch die Rahmenbedingungen haben sich ja entscheidend geändert.

Eddy Donat Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung

Anpacken statt zuzuschauen - nur das könne jetzt noch helfen, sagt die Dresdner City-Managerin Friederike Wachtel. Mit kurzfristigen Veränderungen, beispielsweise modernem Innenstadtmobiliar oder auffälligeren Werbeflächen, könne nur eine Sofortmaßnahme ergriffen werden. Langfristig soll sich auch um die komplexen Probleme gekümmert werden. Ein erster Schritt sei immerhin getan: "Nämlich, dass die Entscheidungsträger an den Tisch geholt wurden, zum Beispiel in Form eines Fachbeirates in einer konstituierten Sitzung zum Thema Innenstadt unter der Leitung des Baubürgermeisters."

Leere Geschäfte in der Dresdener Innenstadt.
Ein Fachbeirat unter Leitung des Baubürgermeisters soll sich der Probleme annehmen. Bildrechte: MDR/Lukas Meister

Erstmal reden...

Klingt gewaltig, bedeutet aber nur: Man redet - um dann vielleicht etwas zu tun, wenn man weiß was. Auf jeden Fall wird es dauern. Die Auswirkungen des Dresdner Leerstandes sind für die Passanten natürlich jetzt deutlich spürbar. Sie wollen nicht auf "Irgendwann" warten, hören wir bei einer Umfrage.

"Geschäfte gehören wie Salz zur Suppe", heißt es da. Oder man stellte fest, dass immer weniger Menschen in den Einkaufsstraßen unterwegs seien: "Online-Shops machen den Handel kaputt."

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24. September 2021 | 17:51 Uhr

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