Ungünstiger Standort Anwohner von LKW-Schlange vor Zollamt Dresden genervt

Sie ist nicht nur Holperpiste, sondern auch Staufalle - die Stauffenbergallee im Norden von Dresden. Gerade zum Wochenbeginn stehen viele Lastwagen dort vor dem Zollamt Schlange. Mit der Situation sind Anwohner, aber auch die Lkw-Fahrer und Zollamtsmitarbeiter unzufrieden. Doch eine Abhilfe ist nicht in Sicht.

LKW stauen sich auf einer Straße
Immer wieder Montags - eine LKW-Schlange vor dem Zollamt Bildrechte: MDR/Christoph Stumptner

Montagmorgen vor dem Zollamt in Dresden. LKW stehen bis auf die Stauffenbergallee und damit auch an ein angrenzendes Wohngebiet in der Schlange. Die Fahrer, die von außerhalb der EU kommen, warten hier auf Stempel, Unterschriften und Papiere. Grund: Bevor sie beim Zollamt ihre Dokumente vorzeigen, müssen sie diese erst bei einer benachbarten privaten Zollagentur ausstellen lassen - und das kann dauern.

Anwohnerin: "Ab 7 Uhr fängt das Chaos an"

Unzufrieden mit der Situation sind vor allem die Anwohner. "Ab sagen wir mal 7 Uhr fängt das Chaos an und die LKW stehen in Zweierreihe, in Dreierreihe. Die PKW kommen nicht raus. Wir haben alte Leute im Wohngebiet, die sind darauf angewiesen, dass der Pflegedienst durchkommt. Es kann kein Rettungsfahrzeug durch," erzählt eine Anwohnerin.

In der am stärksten vom Rückstau betroffenen Straße hat die Landesärztekammer ihren Sitz. "Die LKW laufen zum Teil ab Samstagvormittag auf, parken dann langsam hier die Umgebung zu und diese wirklich armen Menschen müssen natürlich auch Bedürfnisse verrichten und dazu nutzt man gerne unsere Außenanlagen," sagte Hauptgeschäftsführer Michael Schulte-Westenberg MDR SACHSEN.

Zollamt und Zollagentur direkt nebeneinander

Der Rückstau entstehe allerdings nicht wegen langer Abfertigungszeiten, sagte die Sprecherin des Hauptzollamtes Heike Wilsdorf MDR SACHSEN. "Wichtig ist zu wissen, dass jeder Fahrer vorher zu einer Spedition oder Zollagentur gehen muss. Dort werden die Frachtpapiere für die eigentliche Abfertigung fertiggemacht."

In Dresden habe man das Problem, dass die meisten der hier ankommenden Fahrer, die in der Nähe des Amtes ansässige Zollagentur benutzten. Und diese Zollagentur hat ihren Sitz unmittelbar hinter dem Gelände des Zollamtes. In einem kleinen Container bearbeitet eine Mitarbeiterin dort 30 bis 60 Frachtpapiere pro Tag.

Neuer Standort geplant - Umsetzung offen

Der Standort für das Zollamt und die Spedition ist ungünstig. Das hat auch die Stadtverwaltung erkannt und es gibt erste Pläne für ein neues Zollamt auf der Washingtonstraße in unmittelbarer Nähe zur Autobahn. Ein Vorschlag, der zwar von allen Seiten begrüßt wird, doch bis zur Umsetzung können noch Jahre vergehen.

Quelle: MDR/kb/chst

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalreport | 15. November 2021 | 16:30 Uhr

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen