Lufbildfotograf Sachsen von oben: Wahl-Dresdner fotografiert aus luftiger Höhe

Luftbildfotograf Jürgen-Michael Schulter
Jürgen-Michael Schulter ist Luftbildfotograf aus Leidenschaft. Früher ist er selbst geflogen, seit zehn Jahren ist er mit seinem Piloten Helge Treuheit unterwegs. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Jürgen-Michael Schulter sieht die Welt am liebsten aus 600 Meter Höhe - mit seiner Digital-Vollformatkamera. Sachsen sei für ihn als Luftbildfotograf ein Mekka, meint der Wahl-Dresdner. Fragt man ihn aber nach seinen schönsten Eindrücken, redet er ganz lakonisch nur vom Fliegen. "Weil es schön ist, wenn man fliegt und dann sieht man eine Fußballmannschaft auf dem Platz oder Landschaft oder Kühe! Das sind einfach andere Perspektiven."

Dieses Mal geht es vom Fliegerhorst in Großenhain mit der Ikarus C42 los. Das Ultraleichtflugzeug hat einen großen Vorteil für die Luftbild-Aufnahmen. "Die Besonderheit ist, dass wir hier bei dieser Maschine die Tür ausbauen können und das hat den Vorteil, dass man nicht durch die reflektierende Scheibe fotografieren muss", erzählt Schulter.

Luftbildfotograf Jürgen-Michael Schulter
Der 76 Jahre alte Jürgen-Michael Schulter will so lange es geht Luftbilder aufnehmen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Luftbildfotografie erfordert höchste Konzentration

Früher ist der Schulter selbst geflogen und hat nebenbei fotografiert. Seit zehn Jahren sitzt Helge Treuheit am Steuerknüppel. Angst vor der Höhe kennen die Männer nicht, auch wenn es mancher Auftrag in sich hat. "Es war ein Riesenevent. ACDC. Die waren das letzte Mal hier. Da haben wir einen Auftrag bekommen, schnell dahin zufliegen", erzählt Treuheit. "Da war so ein Sturm. Wir waren ganz froh, dass wir wieder unten waren. Wir haben die Erde geküsst vor Freude. Aber die Fotos sind geworden."

Man muss schon mit dem Piloten eingespielt sein für Luftfotos. Man gibt sich bloß ein Zeichen 'Weiter rüber', weil man zu steil am Objekt ist. Aber es macht einfach Spaß.

Jürgen-Michael Schulter Luftbildfotograf

Luftbilder von Jürgen-Michael Schulter

Luftbildaufnahme - Völkerschlachtdenkmal
Völkerschlachtdenkmal in Leipzig Bildrechte: Jürgen-Michael Schulter
Luftbildaufnahme - Völkerschlachtdenkmal
Völkerschlachtdenkmal in Leipzig Bildrechte: Jürgen-Michael Schulter
Luftbildaufnahme - Gondwanaland Zoo Leipzig
Gondwanaland Zoo Leipzig Bildrechte: Jürgen-Michael Schulter
Luftbildaufnahme - Rundling Leipzig
Rundling Leipzig Bildrechte: Jürgen-Michael Schulter
Luftbildaufnahme - Chemnitz Zentrum
Chemnitz Zentrum Bildrechte: Jürgen-Michael Schulter
Luftbildaufnahme - Kloster St. Marienthal
Kloster St. Marienthal Bildrechte: Jürgen-Michael Schulter
Luftbildaufnahme - Gohliser Mühle
Gohliser Mühle Bildrechte: Jürgen-Michael Schulter
Luftbildaufnahme - Marienkirche in Großenhain
Marienkirche in Großenhain Bildrechte: Jürgen-Michael Schulter
Luftbildaufnahme - Waldheim
Waldheim Bildrechte: Jürgen-Michael Schulter
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Luftbildfotografie erfordert höchste Konzentration, auch für den Piloten. "Ich muss die ganze Zeit das Flugzeug in Position halten. Das ist kein sauberer Flug", so Treuheit. Man fliege oft schräg und halte das Flugzeug in Position, damit der Fotograf das Objekt gut aufs Bild bekommt. "Wenn ich mit einem normalen Passagier Rundflüge mache, ist das ganz normales Fliegen. Es strengt nicht an", sagt der Pilot. "Aber das ist richtig Arbeit. Wenn man paar Stunden geflogen ist, ist man froh, wenn man wieder zu Hause ist."

Arbeit als Dokumentarist und Zeitzeuge

76 Jahre ist Jürgen-Michael Schulter alt. Er will so lange es geht Fotos von hoch oben schießen. Er verstehe sich als Dokumentarist, halte gern die Zeit fest. Besonders schwer falle ihm das allerdings bei Naturkatastrophen - wie bei der Flut im Kloster St. Marienthal an der Neiße. Aber auch so etwas gehöre zu seiner Aufgabe als Zeitzeuge.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 04.04.2021 | 19:00 Uhr

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